Makro- und Anlageklassenausblick – 12.06.2026
Alternative Anlagen: Private Markets und Hedgefonds
Die wichtigsten Fakten:
- Wir sind für Private Markets insgesamt weiterhin konstruktiv gestimmt.
- Die Präferenz für eine Anlageklasse kann je nach Marktumfeld variieren.
- Hedgefonds können in Phasen von Marktvolatilität Schutz vor Kursrückgängen bieten.
THANANIT/ Adobe Stock
Im aktuellen Umfeld bevorzugen wir leicht Infrastruktur. Dieser Bereich umfasst häufig essenzielle Dienstleistungen, die tendenziell weniger konjunkturabhängig sind als andere Anlageklassen. Öffentliche Institutionen investieren häufig in Infrastruktur, um diese direkt zu nutzen, was ihren resilienten Charakter unterstreicht. Gleichwohl bestehen Risiken, etwa bei Vermögenswerten, deren Erträge von Nutzungsniveaus abhängen, sowie im Hinblick auf Finanzierungskosten, falls die Zinsen steigen.
Während Private Equity bis zum Jahresende 2025 weltweit Rekordständen bei Investitionen und Verkäufen markierte, war die Entwicklung im ersten Quartal 2026 aufgrund der geopolitischen Lage deutlich gedämpft – insbesondere in Ländern, die von Energieimporten stärker abhängig sind. In einem sich wieder verbessernden Markt könnten vor allem ausgesuchte Einzeltitel mit interessanten Bewertungen, insbesondere in Teilen des europäischen Mittelstandmarktes, Potenzial für Wertsteigerungen bieten. Gleichzeitig scheint sich Kapital zunehmend auf Vermögenswerte mit robusten Cashflows und klaren operativen Wertschöpfungshebeln zu konzentrieren.
Infrastruktur und Private Credit stehen im Fokus, Hedgefonds dienen als Diversifikator in volatilen Phasen.
Wir erwarten, dass Private Credit weiter wächst, wenngleich in moderaterem Tempo als in den Vorjahren. Der Markt wird weiterhin von langfristigen, vorrangig besicherten Darlehen dominiert, die auch wir bevorzugen. Der europäische Markt für Private Credit dürfte interessant bewertet und hinsichtlich der Sektorallokationen gut diversifiziert bleiben. Da die meisten Private-Credit-Vereinbarungen variabel verzinst sind, könnten Investoren von steigenden Leitzinsen profitieren und wären dank ihrer vorrangigen Stellung im Falle potenzieller Stresssituationen besser geschützt. Bisher haben wir jedoch keine wesentlichen Ausfälle beobachtet.
Hedgefonds spielen eine ergänzende Rolle, insbesondere als liquideres Vehikel innerhalb des Segments Alternative Anlagen. Die Anlageklasse wird, gemessen am verwalteten Vermögen, nach wie vor von Long/Short-Equity- und Global-Macro-Strategien dominiert, während Multi-Strategy-Plattformen am schnellsten wachsen. Mit Blick nach vorn bevorzugen wir drei Bereiche:
- Long/Short Equity, wo eine zunehmende Dispersion die Alpha-Generierung und ausgewogenere Renditeprofile unterstützen dürfte.
- Multi-Strategy-Hedgefonds, aufgrund ihrer Fähigkeit, dynamisch über verschiedene Renditetreiber zu allokieren und über unterschiedliche Marktregime hinweg eine konsistentere Performance zu erzielen.
- Discretionary macro, das weiterhin gut positioniert ist, um Chancen aus divergierenden geld- und wirtschaftspolitischen Entwicklungen sowie erhöhter geopolitischer Volatilität zu nutzen.
Der US-Markt bleibt tiefer und stärker institutionalisiert, während Europa angesichts höherer Dispersion interessantere Relative-Value-Chancen bieten könnte. Insgesamt können Hedgefonds die Portfolioperformance unterstützen und Schutz vor Verlusten bieten – insbesondere in Phasen erhöhter Marktvolatilität.
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Redaktionsschluss: 11.06.2026, 15.00 Uhr