Alt-Text	Fußball auf dem Rasen in einem Stadion

Bildquelle: Photocreo Bednarek / Adobe Stock

Das Spiel beginnt

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stellt einen strukturellen Bruch in der Geschichte des Turniers dar. Erstmals werden 48 Teams statt 32 antreten, wodurch sich die Zahl der Spiele auf 104 erhöht, verglichen mit 64 in den jüngsten Austragungen. Das Turnier wird in 16 Städten in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ausgetragen und ist damit die erste wirklich trinational und geografisch breit verteilte Weltmeisterschaft. Dieses erweiterte Format vergrößert die Dimension des Ereignisses erheblich: Die gesamte Stadionbesucherzahl dürfte rund 7 Millionen Zuschauer erreichen und damit fast doppelt so hoch liegen wie der bisherige Rekord von etwa 3,6 Millionen aus dem Jahr 1994.

Aus globaler Perspektive dürfte das Engagement 6 Milliarden kumulierte Interaktionen über Fernsehen, Streaming-Plattformen und digitale Medien übersteigen und damit die bereits rekordverdächtige Reichweite der Weltmeisterschaft 2022 übertreffen, bei der rund 5 Milliarden Menschen sich mindestens einmal beteiligten und allein das Finale nahezu 1,5 Milliarden Zuschauer anzog. Das Ereignis wird zudem den „Außer-Haus“-Konsum antreiben, mit steigender Nachfrage in Restaurants, Bars und an Public-Viewing-Locations weltweit, wodurch sich der wirtschaftliche Fußabdruck über die Gastgeberstädte hinaus ausweitet.

Das Turnier wird gemeinsam von den USA, Mexiko und Kanada ausgerichtet. Diese drei Länder sind zudem über das USMCA (United States–Mexico–Canada Agreement) eng miteinander verbunden, ein umfassendes regionales Handelsabkommen, das den grenzüberschreitenden Handel, Investitionen und Lieferketten in Nordamerika regelt. Im Kontext der Weltmeisterschaft erleichtert dieser hohe Grad wirtschaftlicher Integration den reibungslosen Fluss von Gütern, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften zwischen den drei Gastgeberländern.

Die Vereinigten Staaten werden die meisten Spiele ausrichten (78 von 104), während Kanada und Mexiko jeweils 13 Spiele austragen; diese Konzentration spiegelt sich auch in der gesamten Zuschauerkapazität wider. Unter der Annahme einer vollständigen Auslastung aller Spiele und auf Basis typischer FIFA-Stadionkapazitäten ergibt sich daraus über das gesamte Turnier eine aggregierte Zuschauerkapazität von rund 5,5 Millionen Besuchern in den USA, verglichen mit etwa 0,9 Millionen in Mexiko und rund 0,7 Millionen in Kanada.

Trotz der beispiellosen Größe des Ereignisses muss die makroökonomische Bedeutung des Turniers im Kontext des kombinierten BIP der drei Gastgeberländer gesehen werden, das 2024 mehr als 33 Billionen USD betrug (USA: 29,2 Billionen USD, Kanada: 2,2 Billionen USD, Mexiko: 1,9 Billionen USD). Vor diesem Hintergrund liefert selbst ein rekordverdächtiges Sportereignis auf aggregierter Ebene nur relativ begrenzte makroökonomische Impulse.

Vorbereitungen auf eine Asset-light-Infrastruktur

Ein prägendes Merkmal der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist ihr kapitalarmes Infrastrukturmodell. Anders als bei früheren Turnieren wie Brasilien 2014 oder Katar 2022, die umfangreiche Neubauten erforderten, stützt sich Nordamerika überwiegend auf bestehende Stadien. Dadurch sind die dem Ereignis direkt zurechenbaren Gesamtinvestitionen vergleichsweise gering und werden auf rund 1 Mrd. USD geschätzt, wobei die FIFA selbst etwa 200 Mio. USD für Stadien und Trainingseinrichtungen beisteuert.

Die öffentlichen Ausgaben konzentrieren sich stattdessen auf Sicherheit, Logistik und temporäre Infrastruktur. In den USA haben Bundes- und Landesbehörden erhebliche Mittel zur Gewährleistung der Sicherheit bereitgestellt, darunter zusammen mehr als 1 Mrd. USD, wovon mehrere hundert Millionen USD gezielt an Gastgeberstädte und nationale Sicherheitsmaßnahmen fließen. Die Investitionen in den Verkehr sind überwiegend inkrementell und beschleunigen bereits geplante Projekte, statt neue Vorhaben anzustoßen.

Für die USA verlassen sich die Organisatoren weitgehend auf die bestehende Stadioninfrastruktur, wobei schätzungsweise weniger als 500 Mio. USD für Modernisierungen bereitgestellt wurden. In Kanada belaufen sich die öffentlichen Schätzungen für Infrastrukturinvestitionen derzeit auf rund 280 Mio. USD für Toronto und wahrscheinlich mehr als 400 Mio. USD für Vancouver. In Mexiko konzentrieren sich die Investitionen auf die Renovierung historischer Stadien, etwa des Estadio Azteca in Mexiko-Stadt, sowie auf Verbesserungen bei Sicherheit, Verkehr und öffentlichen Dienstleistungen. In allen drei Ländern verringert die begrenzte Abhängigkeit von Neubauten das Risiko unterausgelasteter Infrastruktur nach dem Turnier und hält die langfristigen fiskalischen Belastungen begrenzt.

Moderate makroökonomische Effekte

Auf globaler Ebene dürfte die Weltmeisterschaft bis zu rund 40 Mrd. USD zusätzliches BIP generieren und weltweit mehr als 800.000 temporäre Arbeitsplätze durch direkte, indirekte und induzierte Effekte unterstützen. Die Auswirkungen reichen über Tourismus, Gastgewerbe, Bau, Medien und globale Lieferketten.

Insgesamt profitiert die nordamerikanische Wirtschaft von stärkerer grenzüberschreitender Aktivität. Tourismusströme zwischen benachbarten Gastgeberregionen, integrierte Logistiknetzwerke und mehr Handel mit Dienstleistungen dürften den gesamtwirtschaftlichen Effekt zusätzlich verstärken.

Reputationsgewinn für das USMCA-Abkommen

Die Weltmeisterschaft könnte der Region auch auf globaler Ebene einen Reputationsschub verleihen, indem sie die USMCA-Region als stärker integrierten Wirtschaftsraum positioniert. Dies würde die Erzählung einer tieferen Lieferkettenintegration, von Nearshoring-Trends nach Nordamerika sowie einer engeren wirtschaftlichen Koordination zwischen den USA, Mexiko und Kanada stärken. Die formelle Überprüfung des USMCA-Abkommens beginnt am 1. Juli 2026, und vorbereitende Gespräche laufen bereits. Aufgrund dieser zeitlichen Überschneidung könnte das Turnier dazu beitragen, die Stimmung zu Beginn der Verhandlungen zu stabilisieren, indem es die wirtschaftliche Interdependenz hervorhebt und damit möglicherweise einen konstruktiveren Überprüfungsprozess unterstützt.

Risiken, Unsicherheiten und realistische Einordnung

Wie bei früheren Großereignissen ist auch die wirtschaftliche Wirkung der Weltmeisterschaft mit Unsicherheit behaftet. Prognosen unterstellen häufig, dass sämtliche ausgabenwirksamen Effekte des Turniers zusätzlich sind; tatsächlich ist jedoch ein gewisser Verdrängungseffekt wahrscheinlich, etwa wenn reguläre Touristen Gastgeberstädte meiden oder ihre Reisepläne ändern. Sicherheitskosten, logistische Herausforderungen und mögliche Kostenüberschreitungen – insbesondere auf kommunaler Ebene – stellen zusätzliche Risiken dar.

Darüber hinaus könnten exogene Faktoren wie geopolitische Spannungen, gesundheitspolitische Risiken oder extreme Wetterereignisse ebenfalls die Besucherzahlen beeinträchtigen und die wirtschaftlichen Effekte abschwächen. Während die kurzfristigen Auswirkungen auf Tourismus, Beschäftigung und Konsum gut dokumentiert sind, lassen sich langfristige Vorteile – etwa Produktivitätsgewinne, eine stärkere nationale Markenwirkung oder dauerhaft höhere Investitionen – deutlich schwieriger quantifizieren und sollten daher mit Vorsicht interpretiert werden.

Bedeutend, aber begrenzter wirtschaftlicher Effekt

Die Weltmeisterschaft 2026 vereint eine beispiellose Größenordnung mit einem vergleichsweise zurückhaltenden Investitionsmodell. Es wird erwartet, dass sie in ganz Nordamerika spürbare kurzfristige wirtschaftliche Aktivität erzeugt, weltweit – zumindest vorübergehend – Hunderttausende Arbeitsplätze unterstützt und messbare Zuwächse bei BIP, Tourismus und dem Dienstleistungssektor liefert. Gleichzeitig dürfte ihr makroökonomischer Effekt im Verhältnis zur Größe der Gastgebervolkswirtschaften begrenzt bleiben.

Für die USA sind die erwarteten Effekte in absoluten Zahlen erheblich, auf nationaler Ebene jedoch nur marginal. Kanada dürfte von sichtbaren, aber vorübergehenden Impulsen profitieren, die sich auf zentrale Städte konzentrieren. Mexiko hat das größte relative Gewinnpotenzial, ist dabei jedoch auch stärker Inflations- und Fiskalrisiken ausgesetzt.

Letztlich verdeutlicht das Turnier sowohl die Chancen als auch die Grenzen von Großveranstaltungen als wirtschaftliche Katalysatoren. Zwar kann es kurzfristige Impulse setzen und die globale Sichtbarkeit erhöhen, doch sein langfristiges wirtschaftliches Vermächtnis wird davon abhängen, wie gut es in übergeordnete politische Rahmenwerke und strukturelle Entwicklungsstrategien eingebettet wird.

Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Freistoß für die Kapitalmärkte?

Katalysator für ausgewählte Kapitalmarktchancen

Insgesamt wirkt die Weltmeisterschaft als kurzfristiger Nachfragekatalysator für ausgewählte Aktiensektoren, wobei die Übertragungskanäle vor allem über Tourismus, Konsumausgaben und erhöhte mediale Aufmerksamkeit verlaufen. In diesem Zusammenhang zeichnen sich klare sektorale Profiteure ab. Im Sportbereich steigern höhere Zuschauerzahlen und globale Sichtbarkeit die Nachfrage nach Bekleidung, Ausrüstung und Fanartikeln. Im Reise- und Tourismussektor führen starke Zuflüsse internationaler Fans zu einer höheren Nachfrage nach Hotelübernachtungen und Transportdienstleistungen. Im Konsumbereich hebt das Turnier die Ausgaben für Getränke, Gastronomie und veranstaltungsbezogenen Einzelhandel, insbesondere in Kategorien wie Marken-Fanartikeln.

Schließlich könnten auch Kommunikationsdienste profitieren, da große Sportereignisse typischerweise kurzfristige Spitzen bei der mobilen Datennachfrage auslösen.

Über die Kapitalmärkte der USMCA-Region hinweg zeigt sich – wie in Abbildung 1 dargestellt –, dass sich das relative Ausmaß der Ausgaben für die Weltmeisterschaft 2026 nach Anpassung an die jeweilige Marktgröße deutlich unterscheidet; dabei sticht Mexiko als der Kapitalmarkt hervor, der dem Ausgabenimpuls am stärksten ausgesetzt ist. Die Analyse basiert auf geschätzten Gesamtausgaben von rund 13,9 Mrd. USD, bestehend aus Infrastrukturinvestitionen (0,9 Mrd. USD), Ausgaben der Gastgeberstädte und Tourismusausgaben (9,2 Mrd. USD) sowie Ausgaben des Veranstalters (3,8 Mrd. USD). Dabei ist zu beachten, dass sich die oben dargestellten Zahlen auf die Gesamtausgaben beziehen – nur ein Teil dieser Ausgaben dürfte sich tatsächlich in Umsätzen börsennotierter Unternehmen niederschlagen. Von den Gesamtausgaben entfallen rund 11,1 Mrd. USD auf die Vereinigten Staaten, während der Rest auf Kanada und Mexiko verteilt wird. Setzt man diese Ausgaben ins Verhältnis zum sehr großen US-Aktienmarkt (rund 70 Bio. USD) und zum kanadischen Markt (etwa 4,5 Bio. USD), bleiben die impliziten Quoten mit 0,02 Prozent beziehungsweise 0,03 Prozent gering. Im Gegensatz dazu führt Mexikos deutlich kleinerer Aktienmarkt (rund 0,5 Bio. USD) zu einer wesentlich höheren Quote von 0,29 Prozent, wodurch der Ausgabenimpuls dort sichtbarer wird.

Abbildung 1: Detailansicht: Ausgaben im Zusammenhang mit der WM 2026

WM 2026 Ausgaben im Verhältnis zur Größe der Aktienmärkte nach Ländern

Balkendiagramm zu den Ausgaben für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im Verhältnis zur Größe der Aktienmärkte: USA 0,02 %, Mexiko 0,29 % (höchster Wert), Kanada 0,03 % und USMCA (USA, Mexiko, Kanada) insgesamt 0,02 %.

Quelle: World Bank, FIFA, Deutsche Bank; Stand: 21.05.2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Darüber hinaus ist in Mexiko die Wahrscheinlichkeit höher, dass die im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft erwarteten länderspezifischen Gesamtausgaben – bestehend aus den oben genannten Komponenten – sich auf Indexebene in spürbaren Umsatz- und Gewinnimpulsen niederschlagen. Dies spiegelt nicht nur die im Vergleich zu den USA und Kanada geringere Marktgröße wider, sondern auch die relativ hohe Exponierung gegenüber konsumorientierten Sektoren und dem Industriesektor (insbesondere Betreiber von Verkehrsinfrastruktur) (siehe Abbildung 5 unten).

Abbildung 2: Aufschlüsselung des S&P 500 – Konsumsektor (zyklisch)

Kreisdiagramm zur Aufschlüsselung des zyklischen Konsumsektors im S&P 500: Größter Anteil ist der breite Einzelhandel mit 42 %, gefolgt von Automobilen (24 %), Hotels/Restaurants/Freizeit (15 %) und Fachhandel (14 %). Kleinere Segmente sind Textilien/Bekleidung/Luxusgüter (2 %), langlebige Haushaltsgüter (2 %), Großhändler (0,3 %), Automobilkomponenten (0,2 %) und Freizeitgüter (0,2 %).

Quelle: FactSet, Deutsche Bank; Stand: 20.05.2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Insgesamt dürfte die Weltmeisterschaft in Nordamerika wirtschaftliche Aktivität in Höhe von mehreren zehn Milliarden US-Dollar erzeugen. Weniger eindeutig ist jedoch, welcher genaue Anteil davon sich auf Indexebene tatsächlich in Gewinnen für Aktionäre börsennotierter Unternehmen niederschlägt. Die positiven Effekte des Turniers dürften sich auf eine relativ enge Gruppe konsumnaher Branchen konzentrieren, die im breiteren Index nur einen sehr geringen Anteil ausmachen.

Diese Konzentration trifft auf ein herausforderndes Umfeld sowohl für den US-Konsumenten als auch für den zyklischen Konsumsektor insgesamt. Seit dem Beginn der ersten Inflationswelle in den Jahren 2021–2022 hat der Sektor Konsum (zyklisch) im S&P 500 rund 250 Basispunkte an Gewicht verloren. Dies spiegelt die überproportionalen Auswirkungen höherer Preise, steigender Zinsen und sinkender Erschwinglichkeit auf die diskretionären Konsumausgaben wider (Abbildung 3). Das Umsatzprofil des Sektors verstärkt diese Sensitivität zusätzlich, da rund 65 Prozent der Umsätze im Inland erzielt werden.

Gleichzeitig wurde das gesamtwirtschaftliche Wachstum stärker von einem engen, KI-getriebenen Investitionszyklus als von einer breit angelegten Erholung des Konsums getragen. Wenig überraschend hat diese Dynamik konsumorientierte Aktien belastet. Der gleichgewichtete zyklische Konsum-Index hat den gleichgewichteten S&P 500 bis zum 6. Januar 2026 seit Jahresbeginn um mehr als 1.300 Basispunkte untertroffen, insbesondere nach der Neubewertung von Inflation, Zinsen und Energie infolge des andauernden Konflikts mit dem Iran. Die Konsensprognosen gehen für diesen Sektor von einem EPS-Wachstum von rund 12,8 Prozent im Jahr 2026 und 12,4 Prozent im Jahr 2027 aus – beide Werte liegen unter denen des breiteren S&P 500 (Abbildung 4).

Trotzdem wird der Sektor weiterhin mit einer Bewertungsprämie gehandelt: Das aktuelle NTM-KGV liegt bei rund 27,6x, verglichen mit einem 20-Jahres-Durchschnitt von etwa 24,4x. Auf relativer NTM-KGV-Basis gegenüber dem S&P 500 wird der zyklische Konsum-Sektor derzeit mit etwa 1,3x des S&P 500 bewertet. Das liegt unter der durchschnittlichen relativen Prämie der vergangenen 20 Jahre von 1,4x, ist jedoch angesichts des nur mittelmäßigen Wachstumsausblicks und des makroökonomischen Gegenwinds, der den Sektor belastet, weiterhin erhöht.

Abbildung 3: Zeitverlauf der S&P 500 Discretionary-Gewichtung

Gewichtung des S&P 500 Konsumsektors (zyklisch)

Balkendiagramm zum Zeitverlauf der Gewichtung des S&P-500-Konsumsektors (zyklisch) von Januar 2022 bis Anfang 2026: Der Anteil startet Anfang 2022 bei rund 12,0 %, sinkt im Verlauf von 2022/23 Richtung etwa 10 % und schwankt danach meist zwischen ca. 9,7 % und 10,9 %. Anfang 2025 gibt es einen kurzen Anstieg auf gut 11 %, anschließend fällt die Gewichtung wieder und liegt Anfang 2026 bei etwa 9,5 %.

Quelle: FactSet, Deutsche Bank; Stand: 20.05.2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Abbildung 4: Wachstumserwartungen der S&P 500 GICS Sektoren für 2026 vs. 2027

S&P 500 Sektoren – EPS-Wachstum (Kalenderjahr)

Streudiagramm zu den Gewinnerwartungen (EPS-Wachstum) der S&P-500-GICS-Sektoren: Auf der x Achse steht das erwartete EPS Wachstum 2026, auf der y Achse das erwartete EPS Wachstum 2027. Informationstechnologie liegt weit oben rechts (sehr starkes Wachstum in beiden Jahren). Energie ist weit rechts, aber unter null im Jahr 2027 (sehr stark 2026, Rückgang 2027). Materialien liegen ebenfalls weit rechts mit moderatem Plus 2027. Der Gesamtindex S&P 500 sowie Industrie und Gesundheitswesen liegen im mittleren Bereich mit zweistelligem Wachstum 2026 und 2027. „Zyklische Konsumgüter“ (rot markiert) befindet sich im Mittelfeld: etwa 12–15 % Wachstum 2026 und rund 12 % Wachstum 2027. Versorger, Basiskonsumgüter, Immobilien und Finanzbranche liegen eher links mit niedrigeren 2026 Werten und moderatem Wachstum 2027; Kommunikationsdienste zeigen höheres Wachstum 2026 bei niedrigerem Wachstum 2027.

Quelle: FactSet, Deutsche Bank; Stand: 20.05.2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Auch wenn die Weltmeisterschaft kurzfristig ausgewählten Unterindustrien innerhalb des Sektors Auftrieb geben könnte – insbesondere Hotels, Restaurants und Freizeit durch den Anstieg des eingehenden Tourismus und höhere Ausgaben für hochpreisige Erlebnisse –, sollte dies eher als einmaliger Nachfragevorzieheffekt denn als nachhaltiger Ausgleich für den breiteren makroökonomischen Gegenwind gesehen werden, dem der US-Konsument und der zyklische Konsumsektor insgesamt weiterhin ausgesetzt sind.

Abbildung 5: MSCI Mexico – Sektoren & Anzahl Titel (2026)

Donut-Diagramm zum MSCI Mexico (2026) mit insgesamt 22 Titeln: Größter Anteil sind „Andere“ mit 48 %, gefolgt von Basiskonsumgütern (29 %). Weitere Sektoren sind Industrie (12 %) und Kommunikationsdienste (11 %).

Quelle: LSEG Datastream, Deutsche Bank; Stand: 21.05.2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Wie in Abbildung 6 unten dargestellt, hat der MSCI Mexico seit 2021 eine starke durchschnittliche jährliche Rendite (CAGR) von rund 16 Prozent erzielt, gestützt durch das Nearshoring-Thema – ein Treiber, der durch den Reputationsschub aus dem USMCA und der Weltmeisterschaft 2026 zusätzlich verstärkt werden könnte. In einem Umfeld zunehmender geoökonomischer Fragmentierung hat Mexiko seine Rolle als wichtiger Produktionsstandort in den Amerikas und als Alternative zu asiatischen Lieferketten in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut. Zudem waren rund 80 Prozent der mexikanischen Exporte in die USA von den jüngsten Zollstreitigkeiten ausgenommen, da die Ursprungsregeln zollfreien Zugang für Waren gewähren, die die Mindestanforderungen an nordamerikanische Wertschöpfungsanteile erfüllen.

Vor diesem Hintergrund waren Industriewerte – maßgeblich getragen von Flughafenbetreibern – ein wesentlicher Beitragstreiber und erzielten eine CAGR von rund 18 Prozent, unterstützt durch die steigende Nachfrage nach regionaler Konnektivität und eine starke Preissetzungsmacht. Der Sektor ist jedoch seit Jahresbeginn um etwa 0,5 Prozent gefallen, was die höheren Kerosinkosten infolge der Iran-Krise und die negativen Auswirkungen auf den Luftverkehr widerspiegelt. Die Weltmeisterschaft könnte diesem geschwächten Sektor kurzfristig Entlastung verschaffen, insbesondere wenn geopolitische Spannungen nachlassen. Die Bewertungen bleiben unterstützend, da Industriewerte rund 4 Prozent unter ihrem Zehnjahresdurchschnitt gehandelt werden.

Defensivere Sektoren wie Basiskonsumgüter und Kommunikationsdienste haben sich seit Jahresbeginn besser entwickelt (+3,0 Prozent bzw. +1,7 Prozent), wobei Basiskonsumgüter 15 Prozent unter und Kommunikationsdienste 4 Prozent über ihrem jeweiligen Zehnjahresmedian gehandelt werden. Insgesamt sind die Bewertungen der mit der Weltmeisterschaft verbundenen Sektoren nicht überdehnt und erscheinen selektiv attraktiv. Klarere strukturelle Rückenwinde könnten sich herausbilden, und ihr Eintreten könnte zusammen mit der Dynamik rund um die Weltmeisterschaft Einstiegschancen schaffen.

Abschließend könnte die Weltmeisterschaft dem mexikanischen Aktienmarkt positive Dynamik verleihen, insbesondere wenn dies durch günstigere strukturelle Entwicklungen unterstützt wird – etwa durch eine Beilegung des Iran-Konflikts und eine reibungslose sowie zügige Neuverhandlung des USMCA-Abkommens.

Abbildung 6: Kumulierte Renditen des MSCI Mexico

Kumulierte Gesamtrenditen ausgewählter WM relevanter Sektoren im MSCI Mexico, indexiert (Jan. 2021 = 100), 2021–2026

Liniendiagramm mit kumulierten Gesamtrenditen (indexiert, Jan. 2021 = 100) von 2021 bis 2026 für ausgewählte WM-relevante Sektoren im MSCI Mexico sowie zwei Vergleichsindizes. Alle Reihen steigen langfristig, schwanken aber deutlich. Am stärksten legt der Sektor MSCI Mexico Basiskonsumgüter zu und erreicht 2026 zwischenzeitlich knapp 300 Punkte. MSCI Mexico Industrie und MSCI Mexico Kommunikationsdienste steigen moderater und enden 2026 grob im Bereich 180 bis 200. MSCI Mexiko und MSCI World verlaufen relativ gleichmäßig und liegen 2026 ungefähr bei 190 bis 230 Punkten.

Quelle: MSCI, Deutsche Bank, Stand: 21.05.2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Abbildung 7: MSCI Kanada - Sektoren (Prozent)

Donut-Diagramm zur Sektoraufteilung im MSCI Kanada (insgesamt 88 Titel): Größter Sektor ist die Finanzbranche mit 38,1 %, gefolgt von Energie (18,8 %) und Materialien (15,1 %). Kleinere Anteile entfallen auf Industrie (9,4 %), IT (8,4 %) und Basiskonsumgüter (3,2 %).

Quelle: MSCI, Deutsche Bank; Stand: 21.05.2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Beispielloser Tri-Nationen-Fußballgipfel

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird die bislang größte sein: Sie erstreckt sich über 16 Städte in den USA, Kanada und Mexiko, dürfte Rekordwerte bei Zuschauerzahlen und Medienreichweite erzielen, wird jedoch gemessen am kombinierten BIP der Gastgeber voraussichtlich nur einen moderaten makroökonomischen Effekt haben. Anders als frühere Gastgeberländer setzt Nordamerika überwiegend auf bestehende Stadien, was den Bedarf an neuen Investitionsausgaben begrenzt und das Risiko kostspieliger, nach dem Turnier unterausgelasteter Infrastruktur reduziert. Das Turnier könnte rund USD 40 Mrd. zur globalen Wirtschaftsleistung beitragen und mehr als 800.000 temporäre Arbeitsplätze schaffen, wobei Nordamerika vor allem über Tourismus, Dienstleistungen, Logistik und Medienaktivitäten profitieren dürfte. Als wichtigster Gastgeber sollten die USA die größten absoluten Zuwächse bei Produktion, Beschäftigung und Steuereinnahmen verzeichnen, auch wenn der Effekt auf das nationale Wachstum insgesamt wahrscheinlich gering bleibt und sich auf Gastgeberstädte sowie konsumnahe Sektoren konzentriert. Über die direkten Ausgabenimpulse hinaus könnte das Ereignis Nordamerikas Image als integrierte Wirtschaftsregion stärken und ein konstruktiveres Umfeld für die USMCA-Überprüfung im Jahr 2026 schaffen. Kanadas Zugewinne dürften in absoluter Größe geringer, lokal jedoch durchaus relevant sein, insbesondere in Toronto und Vancouver, mit temporären Impulsen für BIP, Beschäftigung und Tourismus sowie nur begrenzten Spillover-Effekten auf den breiteren Aktienmarkt. Mexiko dürfte die stärksten relativen wirtschaftlichen und marktbezogenen Effekte verzeichnen, begünstigt durch Tourismus, Flughäfen, Getränke und Telekommunikation, sieht sich jedoch auch höheren Inflations-, Fiskal- und Umsetzungsrisiken gegenüber. Prognosen könnten die Nettogewinne überschätzen, da Verdrängungseffekte, Sicherheits- und Logistikkosten sowie externe Effekte zu berücksichtigen sind, während ein nachhaltiges Vermächtnis von einer weitergehenden politischen Umsetzung abhängen wird. Insgesamt sollte die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in ganz Nordamerika bedeutende, aber begrenzte kurzfristige wirtschaftliche und sektorale Vorteile bringen, wobei die größte Marktrelevanz in Mexiko und die geringsten Indexeffekte in Kanada und den USA zu erwarten sind.

Glossar

  • Asset-light bezeichnet ein Geschäfts- oder Infrastrukturmodell mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz und begrenztem Bedarf an neuen Sachinvestitionen.
    • BIP (Bruttoinlandsprodukt) ist der monetäre Wert aller fertigen Waren und Dienstleistungen, die innerhalb der Grenzen eines Landes in einem bestimmten Zeitraum produziert werden.
      • CAGR steht für durchschnittliche jährliche Wachstumsrate.
        • EPS steht für Earnings per Share, also den Gewinn je Aktie.
          • FactSet ist ein Anbieter von Finanzdaten, Analyselösungen und Research-Tools für Kapitalmarktteilnehmer.
            • FIFA ist der internationale Weltfußballverband und Veranstalter der Fußball-Weltmeisterschaft.
              • Der Global Industry Classification Standard (GICS) wurde von Standard & Poor's und Morgan Stanley Capital International (MSCI) entwickelt, um Aktiensektoren zu definieren.
                • KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) misst den aktuellen Aktienkurs eines Unternehmens im Verhältnis zu seinem Gewinn je Aktie.
                  • Leistungsbilanzsaldo ist der Saldo aus Handelsbilanz, Primäreinkommen beziehungsweise Faktoreinkommen und Nettotransfers.
                    • LSEG Datastream ist eine Datenplattform für Finanzmarkt-, Unternehmens- und Makrozeitreihen.
                      • LTM steht für Last Twelve Months und bezeichnet Kennzahlen auf Basis der vergangenen zwölf Monate.
                        • MSCI ist ein unabhängiger Anbieter von Marktindizes und anderen Analyseinstrumenten.
                          • MSCI Canada ist ein Aktienindex, der die Wertentwicklung von kanadischen Large- und Mid-Cap-Unternehmen misst und häufig als Benchmark für den kanadischen Aktienmarkt verwendet wird.
                            • MSCI Mexico ist ein Aktienindex, der die Wertentwicklung von mexikanischen Large- und Mid-Cap-Unternehmen misst und häufig als Benchmark für den mexikanischen Aktienmarkt verwendet wird.
                              • MSCI World ist ein Aktienindex, der große und mittelgroße Unternehmen aus Industrieländern abbildet.
                                • Nearshoring bezeichnet die Verlagerung von Produktion oder Lieferketten in geografisch nähere Länder.
                                  • NTM steht für Next Twelve Months und bezeichnet Kennzahlen oder Erwartungen für die kommenden zwölf Monate.
                                    • S&P 500 Discretionary bezeichnet den zyklischen Konsumsektor innerhalb des S&P 500, der Unternehmen umfasst, deren Geschäft von nicht lebensnotwendigen Konsumausgaben abhängt, etwa Einzelhandel, Automobile, Hotels, Restaurants und Freizeit.
                                      • Der S&P 500 Index umfasst 500 führende US-Unternehmen und deckt ungefähr 80 Prozent der verfügbaren US-Marktkapitalisierung ab.
                                        • USD ist der Währungscode für den US-Dollar.
                                          • USMCA ist das United States-Mexico-Canada Agreement, ein regionales Handelsabkommen für Handel, Investitionen und Lieferketten in Nordamerika.
                                            • Die Weltbank vergibt Kredite an Länder für Kapitalinvestitionen.

                                            Fußnoten Erläuterungen

                                            1, 3, 5: DB Research, Sports M&A: Coming for your team, April 2024
                                            2, 15: Houlihan Lokey, Houlihan Lokey’s Sports Market Update, Herbst 2024
                                            4, 1: PwC, Wie Private Equity das finanzielle Playbook für Sport Franchises neu schreiben kann, Dezember 2024
                                            6: iCapital, Market Pulse: Private Equity’s Next Foray – Sports Investing, Februar 2025
                                            7: PwC, Private Equity und die Zukunft des NFL Eigentums, Dezember 2024
                                            8 : Statista, Wichtigste Kennzahlen zu weltweiten Sportsponsoring Erlösen im Jahr 2025, November 2025
                                            9: Spobis, Home of Sports Business, Die größten M&A Deals im Sportbusiness 2025, Juli 2025
                                            10: PitchBook, PitchBook Analyst Note: Private Capital in European Football: Part III, August 2025
                                            11: FIFA, FIFA World Cup Qatar 2022 in numbers, Januar 2026
                                            12: Guinness World Records, A rundown of Tour de France records as millions prepare for most attended sporting event, Juli 2025
                                            13: PitchBook, PitchBook Analyst Note: Private Capital in Sports: PE Is Up to Bat, Mai 2025
                                            14: Deloitte, Taking the corner – Annual Review of Football Finance 2025, Juni 2025
                                            16: Statista Market Insights, Esports – Worldwide, Dezember 2025
                                            17: McKinsey, Closing the monetization gap in women’s sports: A $2.5 billion opportunity, August 2025

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                                            Redaktionsschluss: 09.06.2026, 15 Uhr

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