Industriegebiet in Japan vor dem Mount Fuji in der Abendsonne.

Bildquelle: torsakarin / Adobe Stock

Die jüngste Eskalation des Konflikts im Nahen Osten, die sich in Störungen rund um die Straße von Hormus äußert, hat einen der weltweit kritischsten Energieengpässe wieder in den Vordergrund makroökonomischer Risiken gerückt. Die jüngsten Ereignisse haben verdeutlicht, dass die Meerenge – durch die etwa ein Drittel der asiatischen Ölimporte und rund ein Viertel der LNG-Einfuhren fließen – eine systemische Verwundbarkeit für die Region darstellt. Der plötzliche Anstieg der Energiepreise, ausgelöst durch militärische Handlungen und erhöhte geopolitische Unsicherheit, ist daher nicht nur ein Marktereignis, sondern ein struktureller Schock mit potenziell stagflationären Folgen für wichtige APAC-Volkswirtschaften. Obwohl unser Basisszenario derzeit nicht von einer längerfristigen Schließung der Meerenge ausgeht, zwingt die Lage die politischen Entscheidungsträger dazu, Energiesicherheit, Handelsbilanzen, Inflationspfade und geldpolitische Reaktionen in der gesamten Region neu zu bewerten.

Asien-Pazifik: hohe Abhängigkeit von Energieimporten als Schwachpunkt – interessante Energiewerte für Anleger.

In der gesamten Asien-Pazifik-Region sind die Auswirkungen groß, unterscheiden sich jedoch deutlich von Land zu Land – je nach Grad der Energieabhängigkeit, dem Anteil an Lieferungen aus dem Nahen Osten, den nationalen Preisregimen und der Fähigkeit der Regierungen, Preisschocks abzufedern. Dennoch zeigt sich ein klares Muster: Ein Anstieg der Ölpreise um 10 Prozent erhöht die Inflation typischerweise um 0,1 bis 0,5 Prozentpunkte – mit einem ähnlichen Effekt auf das BIP-Wachstum. Einige asiatische Volkswirtschaften verfügen über regulatorische, finanzielle oder strukturelle Puffer – etwa regulierte Kraftstoffpreise, große Devisenreserven oder diversifizierte Energiequellen –, während andere aufgrund ihrer Importstrukturen oder begrenzten fiskalischen Spielräume deutlich verwundbarer sind.

Abbildung 1: Menge des durch die Straße von Hormus transportierten Rohöls (Mio. Barrel/Tag)

Säulendiagramm für die Jahre 2020–2024 und das erste Quartal 2025 (y Achse 0–18 Mio. Barrel/Tag). Die Gesamtmenge liegt meist zwischen rund 14 und 16 Mio. Barrel/Tag und erreicht 2022/2023 die höchsten Werte (nahe 16). Bedeutendstes Zielland des Hormus-Öls ist China (4 bis 5 Mio. Barrel/Tag), gefolgt von Indien (rund 2 Mio. Barrel/Tag), Südkorea und Japan (jeweils mehr als 1 Mio. Barrel/Tag); Europa hat nur einen vergleichsweise kleinen Anteil. „Rest Asien“ und „Rest der Welt“ ergänzen die Gesamtsumme.

Quelle: US EIA, Deutsche Bank AG. Datenstand: 13. März 2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Warum ist die APAC-Region so einzigartig von diesem Schock betroffen?

Asien ist das Nachfragezentrum des globalen Energiesystems, aber weit davon entfernt, dessen Angebotszentrum zu sein. Diese Asymmetrie steht nun im Mittelpunkt.

Vier asiatische Volkswirtschaften – China, Indien, Japan und Südkorea – stehen gemeinsam für den Großteil des Öls und LNG, das üblicherweise durch die Straße von Hormus transportiert wird. Japan und Südkorea sind strukturell am stärksten verwundbar, da rund 80 Prozent bis 90 Prozent ihrer Primärenergie aus importierten fossilen Brennstoffen stammt. China und Indien sind prozentual etwas weniger exponiert, doch aufgrund ihrer schieren Größe wirken sich selbst moderate Störungen deutlich auf globale Energieflüsse und Preise aus.

Abbildung 2: Menge des durch die Straße von Hormus transportierten LNG (Mrd. Kubikfuß/Tag)

Säulendiagramm für die Jahre 2020–2024 und das erste Quartal 2025 (y Achse 0–12 Mrd. Kubikfuß/Tag). Die Gesamtsumme liegt um etwa 10–11 Mrd. Kubikfuß/Tag und steigt bis zum ersten Quartal 2025 auf den höchsten Stand (knapp über 11 Mrd. Kubikfuß/Tag). China und Indien sind mit einem wachsenden Anteil die wichtigsten Zielländer des Hormus-LNG, besonders ab 2022 – und machen 2025 rund 40 % der Gesamtmenge aus. Auch Taiwan und Südkorea sowie Pakistan sind relevante Zielländer. „Rest Asien“ und „Rest der Welt“ ergänzen die Gesamtsumme. Die Grafik zeigt eine zunehmende Konzentration der LNG Abnahme durch asiatische Länder.

US EIA, Deutsche Bank AG. Datenstand: 13. März 2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Abbildung 3: Brent-Preisentwicklung während vergangener Ölkrisen (USD/Barrel)

Liniendiagramm des Ölpreises in US-Dollar von März 1970 bis März 2026 (y Achse bis ca. 160). Markiert sind große Ereignisse wie Arabisches Ölembargo, Iranische Revolution, Ölpreisschock im Golfkrieg, Globale Finanzkrise, Schieferöl/OPEC Preiskrieg, COVID Ölpreissturz, Russland Ukraine Energieschock und Hormus Schock. Der Preis steigt in den 1970ern bis rund 40 US-Dollar deutlich an (Arabisches Ölembargo, Iranische Revolution), fällt Mitte der 1980er auf etwa 10–20 US-Dollar und bleibt bis Anfang der 2000er relativ niedrig. Danach folgt ein starker Anstieg mit einem Peak um 2008 nahe 150 US-Dollar (Öl-Superzyklus) und anschließend hoher Volatilität (Globale Finanzkrise) mit Niveaus häufig zwischen etwa 40 und 120 US-Dollar (Schieferöl/OPEC Preiskrieg, COVID Ölpreissturz). 2022/2023 ist ein erneuter Ausschlag nach oben sichtbar (Russland Ukraine Energieschock). Nach einem Preisabfall auf etwa 60 US-Dollar war zuletzt ein Anstieg auf mehr als 100 US-Dollar zu beobachten (Hormus Schock).

LSEG Datastream, Deutsche Bank AG. Datenstand: 13. März 2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Eine einfache Möglichkeit, es darzustellen, ist folgende:

  • Ganz oben auf der Risikoskala stehen Japan und Südkorea: hohe Importabhängigkeit, starke Abhängigkeit von Rohöl und LNG aus dem Nahen Osten sowie nur sehr geringe heimische Produktion.
  • In der Mitte der Risikoskala stehen Indien und China: ebenfalls große Importeure, jedoch mit stärker diversifizierten Bezugsquellen – darunter Russland, Zentralasien und weitere seegestützte Lieferungen – sowie mit mehr politischen Instrumenten, um den Schock abzufedern.
  • Am unteren Ende der Risikoskala stehen Taiwan und die ASEAN-Länder: etwas stärker diversifiziert, teils mit begrenzten heimischen Ressourcen, aber dennoch Nettoimporteure – und damit anfällig für höhere Preise und Unterbrechungen im Schiffsverkehr.

Der aktuelle Iran-Konflikt wirkt sich unmittelbar auf Handelsbilanzen, Inflation, die geldpolitischen Reaktionsmuster der Zentralbanken und letztlich auf die Gewinne energieintensiver Sektoren aus. Für die regionalen Aktienmärkte gilt: Die Unterbrechungen der Öl- und LNG-Ströme durch die Straße von Hormus – zusammen mit stark gestiegenen Energiepreisen – haben einen breit angelegten inflationären Impuls wieder verstärkt. Zwar ist der direkte Anteil von Upstream-Energiegewinnen in den meisten APAC-Indizes begrenzt, doch die Region spürt die Folgen über höhere Importkosten, Margendruck in energieintensiven Branchen sowie veränderte Erwartungen an die Geldpolitik.

Angesichts des heterogenen Musters potenzieller Gewinner und Verlierer innerhalb der APAC-Region erscheint ein detaillierter, einzeln durchgehender Blick auf die wichtigsten Volkswirtschaften – Japan, Südkorea, China, Indien, Taiwan und Südostasien – angemessen.

Makro-Überblick über die wichtigsten APAC-Volkswirtschaften

Japan

Japans Abhängigkeit vom Nahen Osten bleibt erheblich: Fast 95 Prozent des Rohöls stammen aus dieser Region – damit zählt Japan zu den eindeutigsten makroökonomischen Verlierern eines potenziell länger anhaltenden Hormus-Schocks. Ein anhaltender Anstieg der Öl- und LNG-Preise würde die Handelsbilanz und die Importrechnung des Landes weiter belasten und das Risiko einer kostengetriebenen Inflation wieder erhöhen – zu einem heiklen Zeitpunkt für die Bank of Japan (BoJ). Die BoJ versucht bereits, die Geldpolitik nach vielen Jahren ultralockerer Maßnahmen zu normalisieren; höhere importierte Energiepreise erschweren jedoch den Balanceakt zwischen Wachstumsstützung und Inflationskontrolle.

Dennoch scheinen die kurzfristigen Versorgungsrisiken begrenzt: Wichtige Lieferanten wie die VAE und Saudi-Arabien können einen Teil ihrer Energieexporte über alternative Pipelines umleiten, während Japans strategische Reserven mehr als 250 Tage des Verbrauchs abdecken. Allerdings würde eine länger anhaltende Schließung der Straße von Hormus eine erhebliche Herausforderung darstellen. Analystenschätzungen zufolge würde ein Anstieg der Rohölpreise um 10 Prozent das reale BIP nach einem Jahr um 0,10 Prozentpunkte verringern, da sich die Handelsbedingungen verschlechtern, das reale Einkommen sinkt und die Inlandsnachfrage gedämpft wird. Gleichzeitig zeigt das Modell nach einem Jahr einen Anstieg der Kerninflation um 0,12 Prozentpunkte, was den direkten Durchschlag höherer Energiekosten widerspiegelt.

Südkorea

Auch wenn Südkorea weniger stark als Japan von Öl- und Gasimporten abhängig ist, steht das Land dennoch vor erheblichen Herausforderungen in der Energiesicherheit. Über 60 Prozent der Öl- und Ölproduktimporte und 35 Prozent der LNG-Lieferungen stammen aus der Golfregion. Zwar profitiert Südkorea von einem umfangreichen Nuklearenergieprogramm, doch die gesamte Selbstversorgungsquote liegt weiterhin nur im Bereich von etwa 20 Prozent. Analysten schätzen, dass ein anhaltender Ölpreisanstieg um 10 Prozent die Inflation historisch um rund 0,2 Prozentpunkte erhöht und das Wachstum in ähnlicher Größenordnung dämpft. Die Regierung hat bereits reagiert, indem sie Benzinpreise gedeckelt und Kraftstoffsteuern gesenkt hat. Kurzfristig dürfte die Geldpolitik stabil bleiben, da die Zentralbank die Finanzmarktstabilität priorisiert. Ein Szenario, in dem sich der Ölpreis bei etwa 75–80 USD/Barrel einpendelt, könnte jedoch die Inflationserwartungen anheben – mit Risiken von Zweitrundeneffekten und der Möglichkeit einer strafferen geldpolitischen Haltung der Bank of Korea. Dadurch wird die Wirtschaft deutlich anfälliger sowohl für höhere Preise als auch für physische Unterbrechungen bei Rohöl- und LNG-Lieferungen.

China

Aus makroökonomischer Sicht ist Chinas Risikoprofil differenzierter. Obwohl China ein bedeutender Abnehmer von Öl und LNG aus dem Nahen Osten ist – und ein großer Teil dieser Lieferungen üblicherweise die Straße von Hormus passiert –, ist der gesamte Energiemix wesentlich breiter diversifiziert als in Japan oder Südkorea. Öl und Gas machen nur etwa ein Viertel des Energiemixes aus. China verfügt über große heimische Kohlevorkommen sowie eine gewisse eigene Öl- und Gasproduktion. Zusätzlich stützt sich das Land auf Pipelineimporte aus Zentralasien und Russland sowie auf steigende Käufe russischen Rohöls über den Seeweg. Darüber hinaus hat China strategische Ölreserven aufgebaut, die auf rund hundert Tage an Importen geschätzt werden und damit einen erheblichen Puffer bieten. Der jüngste Anstieg der Erzeugerpreise von –1,4 Prozent auf –0,9 Prozent im Jahresvergleich zeigt, dass das Land eine Phase industrieller Deflation hinter sich lässt; einige Analysten weisen darauf hin, dass höhere Ölpreise sogar zur Normalisierung der PPI-Inflation beitragen könnten. Ein Ölpreisanstieg von 50 Prozent könnte die PPI beispielsweise auf etwa +3 Prozent anheben – ein Wert, den die politischen Entscheidungsträger eher als positiv reflationär denn als destabilisierend ansehen dürften. Für die Verbraucherpreise ist der Durchschlag dagegen moderat – etwa 0,1 Prozentpunkte je 10 Prozent Anstieg des Rohölpreises. Chinas BIP-Wachstumsziel von 4,5 Prozent bis 5 Prozent für 2026 scheint intakt zu bleiben, gestützt durch eine proaktive Fiskalpolitik und die Erwartung moderater, gezielter geldpolitischer Unterstützung. Der Renminbi dürfte strukturell durch die vergleichsweise geringe Energieintensität Chinas gestützt werden, was eine allmähliche Aufwertung gegenüber dem US-Dollar begünstigen könnte. Es gibt zudem eine politische Dimension: Energiesicherheit hat für China seit Jahren hohe strategische Priorität. Das aktuelle Ereignis dürfte Investitionen in die heimische Produktion, in Lagerkapazitäten, in Erneuerbare Energien und in die Kernenergie weiter verstärken – Entwicklungen, die ausgewählte Infrastruktur- und Ausrüstungssektoren über mehrere Jahre hinweg unterstützen dürften.

Indien

Indien ist hingegen deutlich anfälliger für Ölpreisschwankungen – vor allem aufgrund seiner externen Bilanzen und der umfangreichen Kraftstoffsubventionen. Das Land importiert einen großen Teil seines Rohölbedarfs, und Energie macht einen erheblichen Anteil sowohl am Verbrauch der privaten Haushalte als auch am staatlichen Subventionsrahmen aus. Makroökonomisch betrachtet geht Indien mit robustem Grundwachstum in den aktuellen Energieschock, bleibt jedoch strukturell eine der am stärksten exponierten Volkswirtschaften der Region gegenüber dauerhaft hohen globalen Ölpreisen. Da Indien mehr als 85 Prozent seines Ölbedarfs importiert, davon rund 45 Prozent aus der Golfregion, steigt der Druck auf das Leistungsbilanzdefizit und auf die Inflation deutlich an. Höhere Rohölpreise schlagen schnell auf die Außenbilanz durch; Analysten schätzen, dass Brent-Preise nahe 100 USD pro Barrel das Leistungsbilanzdefizit spürbar über das Basisszenario hinaus ausweiten würden. Ein solches Umfeld dürfte zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Rupie ausüben – auch wenn Indiens umfangreiche Währungsreserven abrupte Marktbewegungen dämpfen können.

Auch die inländische Inflationsdynamik würde sich verschärfen – und damit den geldpolitischen Spielraum der Zentralbank für Lockerungen einengen: Während die politischen Entscheidungsträger frühere Preisanstiege zunächst über Steuern und Subventionen abgefedert hatten, würde ein dauerhaft höheres globales Energiepreisniveau letztlich einen teilweisen Durchschlag auf die Verbraucherpreise erzwingen. Schätzungen einiger Ökonomen zufolge könnte ein anhaltender Ölpreisanstieg um 10 Prozent die Gesamtinflation in Indien um etwa 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte erhöhen – abhängig vom Umfang des inländischen Preisdurchschlags – und gleichzeitig das Leistungsbilanzdefizit etwas ausweiten. Das Wachstum würde sich leicht abschwächen, da höhere Energiekosten den Konsum der Haushalte belasten und die Handelsbilanz verschlechtern. Auch der Staatshaushalt würde unter Druck geraten, falls Anpassungen bei Verbrauchsteuern oder steigende Subventionsausgaben nötig würden, um die Belastung für die Haushalte abzufedern. Obwohl die Wachstumsprognose Indiens grundsätzlich robust bleibt, würden dauerhaft höhere Ölpreise die Zielkonflikte der Entscheidungsträger in den Bereichen Inflation, Wechselkursmanagement und fiskalische Stabilität verschärfen. In den vergangenen Jahren profitierte Indien von vergünstigtem russischen Rohöl. Um die Versorgung zu stabilisieren, haben die USA Indien eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung (bis zum 4. April) für den weiteren Kauf russischen Öls erteilt. Sollten die Störungen in Hormus jedoch mehr Abnehmer zwingen, um diese Mengen zu konkurrieren, könnten die Preisnachlässe schrumpfen – und damit ein wichtiger Puffer wegfallen.

Taiwan

Taiwan geht mit starkem Exportmomentum in den Energiepreisschock – die Exporte stiegen im Januar im Jahresvergleich um 70 Prozent, unterstützt durch die KI-getriebene Nachfrage nach Halbleitern –, bleibt jedoch stark anfällig für Störungen auf den Energiemärkten. Fast die Hälfte der taiwanischen Stromerzeugung basiert auf Erdgas, und rund ein Drittel der LNG-Importe stammt aus Katar. Damit wäre Taiwan besonders gefährdet, falls die LNG-Lieferungen aus dem Nahen Osten weiter beeinträchtigt würden. Analysten weisen darauf hin, dass Taiwans Verbraucherpreisindex historisch um etwa 0,2 Prozentpunkte steigt, wenn die Ölpreise um 10 Prozent zulegen. Auch wenn bei schweren LNG-Engpässen Risiken für das Wachstum bestehen, prüfen die politischen Entscheidungsträger derzeit Diversifizierungsmaßnahmen und eine strategische Beschaffung. Angesichts des höheren Inflationsausblicks dürfte die Zentralbank vorerst eher an einem Leitzins von 2 Prozent festhalten, statt ihn zu senken.

Indonesien

Indonesien steht vor einer doppelten Herausforderung: Das implizite Kraftstoffsubventionssystem begrenzt den fiskalischen Handlungsspielraum, und ein deutlicher Anstieg der subventionierten Kraftstoffpreise würde sich unmittelbar in der Gesamtinflation niederschlagen. Ein anhaltender Ölpreisanstieg um 10 Prozent erhöht die Inflation typischerweise um 0,1–0,2 Prozentpunkte, sofern die Endverbraucherpreise stabil bleiben. Analysten warnen jedoch, dass bei steigenden Haushaltszwängen – etwa wenn subventionierte Kraftstoffpreise um 25 Prozent angehoben werden müssten – die durchschnittliche Jahresinflation auf bis zu 5 Prozent steigen könnte, statt auf die vom IWF im Januar prognostizierten 2–3 Prozent. Dies könnte die Zentralbank von ihrem bisherigen Lockerungskurs abbringen und zu einer defensiveren Ausrichtung zwingen, um die indonesische Rupiah (IDR) zu stabilisieren. Auf der fiskalischen Seite könnte ein durchschnittlicher Ölpreis von 80 USD bis 85 USD je Barrel das Defizitziel für 2026 von 2,7 Prozent des BIP in Richtung der gesetzlichen Obergrenze von 3 Prozent treiben.

Malaysia

Malaysia, das 2025 um 5,2 Prozent gewachsen ist, bleibt widerstandsfähig, ist jedoch aufgrund seiner starken Abhängigkeit von der externen Nachfrage – insbesondere aus China und den USA – exponiert. Sollten höhere globale Ölpreise das Weltwirtschaftswachstum dämpfen, würde der malaysische Exportsektor zwangsläufig unter Druck geraten. Der IWF erwartet, dass die Inflation 2026 moderat auf 2,2 Prozent steigt, nach derzeit 1,6 Prozent, teilweise bedingt durch energienahe Preisimpulse. Die Zentralbank hat eine verlängerte Pause signalisiert und sieht die nächste Zinserhöhung aktuell erst im Jahr 2027 – es sei denn, Wachstum oder Inflation fallen stärker aus als erwartet. Der Ringgit hatte vor Ausbruch des Konflikts gegenüber dem US-Dollar aufgewertet, doch die jüngste Risikoaversion hat diesen Trend vorerst gestoppt. Einige Analysten rechnen dennoch mit einem Jahresendniveau nahe USD/MYR 3,90.

Andere südostasiatische Volkswirtschaften

Andere südostasiatische Volkswirtschaften weisen jeweils eigene Verwundbarkeiten auf. Die Philippinen gehören zu den empfindlichsten gegenüber höheren Ölpreisen. Ein Anstieg in Richtung 100 USD je Barrel könnte die Zentralbank veranlassen, die Zinsen zu erhöhen, statt weiter zu lockern. Vietnam verzeichnet trotz kräftiger Einzelhandelsumsätze und Exportzuwächse einen der höchsten regionalen Preisdurchschläge von Rohöl auf die Inflation: Historisch führt ein Ölpreisanstieg um 10 Prozent zu einem Anstieg des Verbraucherpreisindex um 0,4 Prozentpunkte und zu einem Rückgang des Wachstums um 0,3 Prozentpunkte. Selbst ein günstigeres Szenario mit Ölpreisen um 75 USD je Barrel würde Vietnam noch nahe einer Inflation von 4,5 Prozent und einem Wachstum von etwa 7,5 Prozent halten – doch stärkere Preissprünge könnten Zinserhöhungen erforderlich machen, um den Dong zu stabilisieren.

Strategische politische Implikationen

Der Schock in der Straße von Hormus verdeutlicht die strukturelle Abhängigkeit der APAC-Region von Energie aus dem Nahen Osten sowie die stark unterschiedlichen Resilienzgrade innerhalb der Region. Auch wenn unser Basisszenario nicht von einem länger anhaltenden Lieferstopp ausgeht, dürfte der Konflikt fiskal- und geldpolitische Strategien beeinflussen, Schwachstellen in der LNG-Logistik offengelegt und langfristige Diversifizierungsbemühungen beschleunigt haben. Daher wird der Schock voraussichtlich als struktureller Katalysator für Asiens langfristigen Übergang zu größerer Energiesicherheit wirken und die Regierungen dazu veranlassen, ihre Strategien zur Beschaffung, Speicherung und Koordination kritischer Energieimporte grundlegend zu überdenken.

Wir erwarten, dass die Region die strategische Diversifizierung ihrer Energieversorgung schneller vorantreibt – weg von der starken Abhängigkeit vom Nahen Osten –, indem sie Lieferverträge mit den USA und Australien ausweitet, Pipeline- und Netzverbindungen innerhalb Asiens vertieft und stärker in Erneuerbare Energien, Kernkraftkapazitäten sowie alternative Energieträger wie Wasserstoff investiert.
Gleichzeitig werden viele Regierungen voraussichtlich größere strategische Reserven aufbauen – in Anlehnung an Chinas bereits umfangreiche Vorratsstrategie – und zudem Instrumente zur Marktstabilisierung weiterentwickeln, etwa temporäre Preisobergrenzen, Subventionsmechanismen und Absicherungsmodelle, um inländische Volatilität abzufedern. Über nationale Politiken hinaus könnte der Schock auch neuen Schwung für regionale Kooperation bringen, darunter gemeinsame Reserveinitiativen, koordinierte Notfallprotokolle und eine stärker integrierte Planung entlang der gesamten Lieferkette. Das Ergebnis wäre keine unmittelbare Abkopplung von den Golfstaaten, sondern eine bewusst gestaltete, mehrschichtige Resilienzstrategie, die darauf abzielt, asiatische Volkswirtschaften besser gegen künftige geopolitische oder angebotsseitige Störungen zu schützen.

Marktauswirkungen

Aus Gewinnperspektive dürfte ein Ölpreisanstieg um 10 Prozent die Unternehmensgewinne in Asien über die nächsten zwölf Monate um rund 1 Prozent bis 2 Prozent verringern: Insgesamt wirkt der Anstieg klar nachfrageseitig belastend, auch wenn er in einigen Bereichen wachstumsfördernd sein kann. Die Belastung ist bei Sektoren wie Fluggesellschaften, Logistik, Petrochemie und Teilen der Industrie deutlich größer, während Upstream-Energie und einige Finanzwerte leicht positiv betroffen sein können. Im Ländervergleich liegen Japan und Südkorea bei einem Ölpreisschock von 10 Prozent typischerweise in einer EPS-Belastungszone von –2 Prozent bis –3 Prozent. Indien, ASEAN und China liegen eher bei –1 Prozent bis –2 Prozent, während energieexportierende Märkte weitgehend stabil bleiben.

Für einige Sektoren wie Fluggesellschaften und Tourismus könnten die Gewinne je Aktie (EPS) bei einem anhaltenden Ölpreisanstieg von 10 Prozent um 10–20 Prozent (oder mehr) fallen – je nach Absicherungsstrategie und Möglichkeit von Ticketpreiserhöhungen. Hier liegt das eigentliche Gewinn-Beta. Petrochemie, Zement, Stahl, Automobilindustrie und margenschwache Fertigung könnten bei fehlender Preissetzungsmacht mittlere einstellige bis niedrige zweistellige EPS-Rückgänge verzeichnen.

Die unmittelbare Auswirkung auf Banken dürfte moderat sein; stärkere Zweitrundeneffekte könnten eher über schwächeres Wachstum und eine Verschlechterung der Kreditqualität entstehen – ein direktes Öl-Beta besteht jedoch nicht. Im Gegensatz dazu könnten Energieunternehmen – sowohl Upstream-Produzenten als auch integrierte Versorger – einen mittleren einstelligen Gewinnanstieg (EPS-Uplift) verzeichnen, der in Märkten mit regulierten Preisen allerdings teilweise abgeschwächt wird.

Aus Sektorperspektive könnte ein anhaltender Hormus-Schock drei Gruppen hervorbringen: Verlierer, relative Gewinner und längerfristige Nutznießer.

Potenzielle Verlierer

  • Fluggesellschaften und Reiseverkehr stehen ganz oben auf der Liste. Flugbenzin macht einen großen Teil ihrer Kostenbasis aus. Selbst mit Absicherungsstrategien führen dauerhaft höhere Ölpreise zu einer deutlichen Margenbelastung – insbesondere dann, wenn die Nachfrage noch nicht vollständig erholt ist oder weiterhin fragil bleibt.
  • Logistik und Schifffahrt sehen sich mit höheren Bunkertreibstoffkosten und möglicherweise auch mit Umleitungsverzögerungen oder Kriegsrisikoprämien konfrontiert. Das kann die Margen unter Druck setzen, sofern Frachtraten nicht schnell genug angepasst werden können. 
  • Energieintensive Industrien – Petrochemie, Stahl, Zement, Automobilbau und die allgemeine Fertigung – sehen sich mit höheren variablen Kosten konfrontiert. Wo Unternehmen nur über geringe Preissetzungsmacht verfügen, ist mit Gewinnherabstufungen zu rechnen.

Potenzielle relative Gewinner und Absicherungen

  • Upstream- und integrierte Energieunternehmen – darunter nationale Ölgesellschaften und diversifizierte Unternehmen mit Upstream-Exposure – profitieren von höheren realisierten Preisen. Das Ausmaß dieses Vorteils hängt von der inländischen Preisregulierung ab; grundsätzlich fungieren solche Titel jedoch als natürliche Absicherung im Portfolio.
  • LNG-Infrastruktur und -Händler sowie Länder mit bedeutenden LNG-Lieferketten außerhalb der Straße von Hormus – etwa australisches LNG, das nach Japan und in Teile Asiens geliefert wird – dürften von einer höheren Auslastung und besseren Margen profitieren.
  • Einige Versorger – insbesondere solche mit Mechanismen zur Weitergabe von Brennstoffkosten – können sich im Vergleich zum Gesamtmarkt relativ defensiv entwickeln.

Potenzielle längerfristige Nutznießer

  • Erneuerbare Energien, Netz- und Speicherkapazitäten sowie Themen der Energieeffizienz gewinnen strategisch an Bedeutung. Für politische Entscheidungsträger in Japan, Südkorea, China und Indien untermauert dieses Ereignis die Notwendigkeit, den Übergang weg von stark konzentrierten fossilen Lieferketten zu beschleunigen.
  • Höhere Energiepreise und geopolitische Risiken begünstigen tendenziell:
    • Value gegenüber rein langfristigem Growth, getragen von der Outperformance von Energie, Teilen des Finanzsektors und ausgewählten zyklischen Werten mit Preissetzungsmacht.
    • Qualitäts- und defensive Titel – etwa Basiskonsumgüter, Gesundheitswerte und Unternehmen mit hoher Eigenkapitalrendite (ROE) und geringer Energieintensität –, da Anleger in einem volatileren makroökonomischen Umfeld verstärkt auf Gewinnstabilität achten.


Wie lässt sich der Schock bewältigen? Dauer und Intensität sind entscheidend

Aus Investorensicht ist entscheidend, dass es sich um einen pfadabhängigen Schock handelt. Die Ergebnisse hängen stark von sowohl der Dauer als auch der Intensität der Störung ab – sowie von den politischen Reaktionen in Washington, Teheran, Riad und Peking. Vor diesem Hintergrund denken wir in drei Zeithorizonten.

Abbildung 4: Dauer des Ölpreisschocks und anhaltende makroökonomische Schäden sind wichtiger als die reine Größenordnung

Liniendiagramm für die Jahre 1987–2026: MSCI Asien ex Japan (linke Achse, bis ca. 1.200) und Brent Preis in USD/Fass (rechte Achse, bis ca. 160 US-Dollar). Markiert sind u. a. Ölpreisschock im Golfkrieg, Globale Finanzkrise, COVID Ölpreissturz, Russland Ukraine Energieschock und Hormus Schock. Brent steigt bis 2008 stark nahe 150 US-Dollar, fällt dann in der Finanzkrise aber abrupt und bleibt danach volatil; 2020 zeigt der Ölpreis einen starken Einbruch (COVID Ölpreissturz), bevor er vor allem 2022/2023 wieder stark anzieht (Russland Ukraine Energieschock). Nach einem folgenden Preisabfall auf etwa 60 US-Dollar war zuletzt wieder ein Anstieg auf mehr als 100 US-Dollar zu beobachten (Hormus Schock). Der MSCI Asia ex Japan steigt langfristig, fällt in Krisen zum Teil deutlich (2008/2009 und 2020), erholt sich anschließend aber wieder schnell. Seit 2022/2023 steigt der MSCI Asia ex Japan stetig – trotz volatiler und zuletzt stark steigender Ölpreise.

Quelle: LSEG Datastream, Deutsche Bank AG. Datenstand: 13. März 2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

Abbildung 5: Japanische Aktien sind anfällig für angebotsgetriebene Ölpreisschocks

Liniendiagramm für die Jahre 1987–2026: MSCI Japan (linke Achse, bis ca. 6.000) und Brent Preis in USD/Fass (rechte Achse, bis ca. 160 US-Dollar). Ereignismarkierungen umfassen Ölpreisschock im Golfkrieg, Globale Finanzkrise, COVID Ölpreissturz, Russland Ukraine Energieschock und Hormus Schock. Brent steigt bis 2008 stark nahe 150 US-Dollar, fällt dann in der Finanzkrise aber abrupt und bleibt danach volatil; 2020 zeigt der Ölpreis einen starken Einbruch (COVID Ölpreissturz), bevor er vor allem 2022/2023 wieder stark anzieht (Russland Ukraine Energieschock). Nach einem folgenden Preisabfall auf etwa 60 US-Dollar war zuletzt wieder ein Anstieg auf mehr als 100 US-Dollar zu beobachten (Hormus Schock). Der japanische Aktienindex schwankt stark: hohe Niveaus Ende der 1980er/Anfang der 1990er, längere Seitwärts-/Abwärtsphasen bis Anfang der 2000er, erneute Erholungen und Rückschläge von 2008/2009 bis 2012 (parallel zu steigendem/hohem Ölpreis). In den vergangenen Jahren ist eine Erholung sichtbar; gleichzeitig bleibt der Ölpreis seit 2022 erhöht, mit zusätzlicher Volatilität beim Hormus Schock.

Quelle: LSEG Datastream, Deutsche Bank AG. Datenstand: 13. März 2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

In den nächsten 3 Monaten: Wir warnen vor anhaltenden Störungsrisiken und erhöhten Kriegsrisikoprämien. Die Preise von Öl- und Raffinerieprodukte bleiben hoch und volatil. Gewinnrevisionen nach unten sind am wahrscheinlichsten bei Fluggesellschaften, Logistik, Petrochemie und Zyklikern niedriger Qualität in Japan, Südkorea, Indien und ASEAN. Unterstützung sehen wir für Upstream- und integrierte Energieunternehmen, LNG-gebundene Infrastruktur sowie ausgewählte Versorger und defensive Titel, während energieintensive Industrien ohne Preissetzungsmacht weiter unter Druck bleiben könnten.

Über einen 6-Monats-Horizont: Der Fokus verschiebt sich darauf, ob es zu einer verhandelten Deeskalation oder einer Art Marine-Eskortensystem kommt, das die Ströme durch Hormus teilweise wiederherstellt. Selbst wenn sich die physischen Volumina normalisieren, dürften Versicherungs- und Sicherheitsprämien bestehen bleiben. Zu diesem Zeitpunkt werden die Märkte den Großteil der Erstrunden-Gewinneffekte eingepreist haben und beginnen, auf Zweitrundeneffekte zu blicken: Investitionspläne für Energiesicherheit, Erneuerbare Energien und Infrastruktur sowie die relative Wettbewerbsfähigkeit der asiatischen Volkswirtschaften.

Über 12 Monate hinaus: Selbst in einem günstigen Szenario, in dem die Straße von Hormus vollständig wieder geöffnet ist, bleibt eine strukturelle Schlussfolgerung bestehen: Asien wird seine Bemühungen verstärken, sich von einer übermäßigen Abhängigkeit von einem einzigen kritischen Engpass bei Energieimporten zu lösen. Das bedeutet stärker diversifizierte Bezugsquellen – etwa aus den USA, Afrika, Russland oder aus LNG-Lieferungen außerhalb von Hormus – sowie mehr Gewicht auf Erneuerbare Energien, in einigen Märkten auch Kernenergie, und auf Nachfrageeffizienz.

Für Anleger spricht dies dafür, ein strategisches Engagement in Nutznießern der Energiesicherheit – von Upstream-Unternehmen über Erneuerbare Energien bis hin zu Netzinfrastruktur – als festen Bestandteil ihres Asien-Portfolios beizubehalten, statt den Schock als einmaliges Handelsereignis zu betrachten.

Glossar

  • APAC: steht für Asia-Pacific und bezeichnet eine große Wirtschafts- und Weltregion, die Länder in Ostasien, Südasien, Südostasien und Ozeanien umfasst und an den westlichen Pazifik grenzt.
    • ASEAN (Association of Southeast Asian Nations): ist eine regionale zwischenstaatliche Organisation mit 11 Mitgliedern: Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam und Timor-Leste.
      • Bank of Japan (BoJ): ist die Zentralbank Japans.
        • Bank of Korea (BoK): ist die Zentralbank Südkoreas.
          • Brent / WTI: wichtige globale Referenzsorten für Rohöl (Nordsee bzw. US-Inland).
            • Bunkertreibstoff: Kraftstoff für Schiffe; stark ölpreisabhängig und zentral für Transportkosten.
              • Current Account Deficit (Leistungsbilanzdefizit): ist eine Kennzahl für das Netto-Abfließen von Kapital aufgrund von Importüberschüssen oder Transferzahlungen.
                • Defensive Sektoren: Branchen mit stabilen Erträgen über den Zyklus hinweg (z. B. Basiskonsum, Gesundheit, Versorger).
                  • Downstream: Teil der Öl-/Gaswertschöpfung, der Raffination, Transport und Vertrieb umfasst.
                    • Eigenkapitalrendite (ROE): misst die finanzielle Leistung eines Unternehmens, indem der Nettogewinn durch das Eigenkapital der Anteilseigner geteilt wird.
                      • Erzeugerpreisindex (PPI): misst die Preisveränderungen, die Produzenten (z. B. Unternehmen) für ihre Güter erhalten.
                        • Gewinn je Aktie (EPS): ergibt sich aus dem Nettogewinn eines Unternehmens abzüglich Vorzugsdividenden, geteilt durch die Anzahl der ausstehenden Aktien.
                          • IDR: ist der Währungscode der indonesischen Rupiah.
                            • Internationaler Währungsfonds (IWF / IMF): wurde 1944 gegründet, umfasst 189 Mitgliedsländer und fördert internationale Zusammenarbeit, Wechselkursstabilität und wirtschaftliche Entwicklung.
                              • LNG: steht für Liquefied Natural Gas (verflüssigtes Erdgas, überwiegend Methan).
                                • LPG: steht für Liquefied Petroleum Gas (Flüssiggas, hauptsächlich Propan und Butan), ein Nebenprodukt der Rohölraffination.
                                  • Malaysischer Ringgit (MYR): ist die Währung Malaysias.
                                    • MSCI-Indizes: breit gefasste Länder- oder Regionalaktienindizes (z. B. MSCI Japan, MSCI China, MSCI Asien ex Japan).
                                      • Reales BIP (Real GDP): ist der inflationsbereinigte Wert aller finalen Güter und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einem Land produziert werden.
                                        • Reales Einkommen: ist das inflationsbereinigte Einkommen einer Person oder eines Landes und gibt die tatsächliche Kaufkraft wieder.
                                          • Reflation: bezeichnet entweder einen erneuten Anstieg von Preisindizes oder wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft.
                                            • RMB: ist der Währungscode für den chinesischen Renminbi.
                                              • Stagflation: beschreibt eine Situation gleichzeitig niedrigen oder stagnierenden Wirtschaftswachstums, hoher Arbeitslosigkeit und hoher Inflation.
                                                • Terms of Trade: Verhältnis der Export- zu den Importpreisen eines Landes; beeinflusst Kaufkraft und Wachstum.
                                                  • Upstream: Förderung und Exploration von Öl und Gas; profitiert direkt von steigenden Preisen.
                                                    • USD: ist der Währungscode für den US-Dollar.
                                                      • Verbraucherpreisindex (CPI): misst die Preise eines Warenkorbs aus Produkten und Dienstleistungen, der dem typischen Konsum eines privaten Haushalts entspricht.

                                                      Historische Wertentwicklung

                                                      Bitte wenden Sie sich für einen Überblick über die Wertentwicklungen von Aktienindizes und Rohstoffen der vergangenen fünf Jahre an Ihre Beraterin oder Ihren Berater bei der Deutschen Bank.

                                                      Quelle: Deutsche Bank AG, Bloomberg Finance L.P., LSEG Datastream. Datenstand: 13. März 2026. Die bisherige Wertentwicklung lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Die Wertentwicklung bezieht sich auf einen Nominalwert, der auf Kursgewinnen/-verlusten beruht und die Inflation nicht berücksichtigt. Die Inflation wirkt sich negativ auf die Kaufkraft dieses nominalen Geldwerts aus. Je nach aktuellem Inflationsniveau kann dies zu einem realen Wertverlust führen, selbst wenn die nominale Wertentwicklung der Anlage positiv ist.

                                                      Aktuelle Marktkommentare erhalten Sie im täglichen Newsletter „PERSPEKTIVEN am Morgen“.

                                                      Redaktionsschluss: 13.03.2026, 15 Uhr

                                                      Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden das Video und die Verbindung zu YouTube erst nach einem Klick aktiv. Bereits beim Aktivieren des Videos werden personenbezogene Daten (IP-Adresse) an YouTube bzw. Google gesendet und gegebenenfalls auch dort gespeichert. Wenn Sie den Button "Video aktivieren" anklicken, wird ein Cookie auf Ihrem Computer gesetzt, sodass die Website weiß, dass Sie dem Anzeigen von eingebetteten Videos in Ihrem Browser zugestimmt haben. Weitere Details zu den von Google erhobenen Daten finden Sie unter https://policies.google.com/privacy.