Die wichtigsten Fakten:

  • Nachfrage nach Sicherheitslösungen steigt in vielen Lebensbereichen
  • Aktienkursentwicklung entsprechender Unternehmen zuletzt positiv
  • Breites Spektrum an möglichen Investitionszielen

Automatisch die Spur halten, bei plötzlich auftauchenden Hindernissen selbsttätig bremsen und sensorgesteuert einparken – garantiert ohne Beulen: Moderne Autos verfügen über Sicherheitsmechanismen, die bis vor einigen Jahren noch undenkbar waren. Das ist sichtbarer Ausdruck eines Trends: Die Sicherheit im Alltag steigt – auch Zuhause dank Smarthome-Anwendungen. Registrieren diese zum Beispiel auffällige Bewegungen rund um das Haus, lösen sie nicht nur Alarm aus, sondern können darüber hinaus jederzeit direkt den Besitzer sowie die Polizei alarmieren.

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Digitalisierung birgt Sicherheitsrisiken

Durch den technischen Fortschritt ist unser Leben in vielerlei Hinsicht sicherer geworden: Aufgrund verbesserter Sicherheitssysteme hat beispielsweise die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen. Allerdings bringt insbesondere die Digitalisierung unseres Lebens auch neue Herausforderungen mit sich: Durch die zunehmende Vernetzung steigt beispielsweise das Risiko von Hackerangriffen auf Netzwerke – nicht nur im privaten Bereich. Vor allem Unternehmen, staatliche Behörden und kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke müssen sich mit immer ausgefeilteren Hard- und Softwarelösungen vor Cyberangriffen schützen. Dem IT-Analysehaus Gartner zufolge werden die weltweiten Unternehmensausgaben für IT-Sicherheit im laufenden Jahr um 8,7 Prozent gegenüber 2018 auf 124 Milliarden US-Dollar steigen, 2020 sollen es rund 133 Milliarden US-Dollar werden. Der rasant wachsende Markt für Cybersicherheitsanwendungen könnte entsprechend risikobereiten Anlegern interessante Investmentmöglichkeiten bieten.

Nicht nur Online-Sicherheitsbranche interessant

Wachstumspotenzial bietet aber nicht nur die Online-Sicherheitsbranche. Denn die zunehmende Sorge um die eigene Gesundheit und den negativen Einfluss von Umweltbelastungen sowie ein aufgrund des Bevölkerungswachstums insgesamt höheres Sicherheitsbedürfnis dürften die Nachfrage nach Sicherheitslösungen in vielen weiteren Segmenten steigen lassen. Dazu gehört zum Beispiel die Kriminalitätsvorbeugung. Darunter fallen unter anderem öffentliche und private Zugangskontroll- und Videoüberwachungssysteme, beispielsweise für Sicherheitschecks an Flughäfen. Auch bei der Mobilität am Boden spielt Sicherheit eine übergeordnete Rolle. Davon könnten beispielsweise Unternehmen profitieren, die Inspektions- und Scansysteme sowie Signal- und Bremstechnik für den Straßen- und Schienenverkehr entwickeln.

Ergänzt wird der Bereich Unternehmenssicherheit durch die Segmente Umweltschutz und Lebensmittelsicherheit. Denn die Ansprüche der Konsumenten an ihre Nahrungsmittel steigen. Entsprechend dürften Firmen aus den Bereichen Nahrungsmittel- und Wasserkontrolle sowie Diagnostik über interessante Wachstumsaussichten verfügen. Das zunehmende ökologische Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung könnte außerdem Prüf-, Zertifizierungs- und Abfallmanagementunternehmen für entsprechend risikobereite Anleger interessant machen.

Vielfältige Unternehmen, vielfältige Anlagemöglichkeiten

Diese Beispiele zeigen: Das Spektrum möglicher Investments im Schutz- und Sicherheitssektor ist groß. Auf Sektorenebene finden sich Unternehmen, die in den genannten Sicherheitsbereichen ihren Schwerpunkt setzen, insbesondere in der IT, der Industrie, der Gesundheitsbranche sowie im zyklischen Konsum. Eine interessante Möglichkeit, an den Wachstumsaussichten der Branche breit gefächert teilzuhaben, können entsprechende Investmentfonds sein. Diese können unterschiedliche Segmente der Sicherheitsbranche vereinen.

Steigendes Sicherheitsbedürfnis: mit Aktieninvestments am Megatrend teilhaben.

Schutz- und Sicherheitsbereich als interessantes Investment

Aus Sicht der Deutschen Bank könnte ein Investment im Schutz- und Sicherheitsbereich aufgrund seines Wachstumspotenzials eine interessante Beimischung im Depot darstellen – zumal weltweit nicht nur Unternehmen, sondern auch Staaten ihre entsprechenden Ausgaben steigern: In den USA soll das Budget für die US-Heimatschutzbehörde „Department of Homeland Security“, zu deren Aufgaben beispielsweise der Schutz vor terroristischen Anschlägen gehört, im Jahr 2020 von 47,5 Milliarden auf rund 52 Milliarden US-Dollar steigen. Selbst der vom deutschen Kabinett für das Jahr 2020 beschlossene Haushaltsentwurf des deutschen Innenministeriums übersteigt 15 Milliarden Euro. Schwerpunkte bei den Mehrausgaben liegen im Bereich öffentliche Sicherheit sowie Katastrophenschutz. Das Thema sollte daher nicht so schnell aus dem Fokus rücken.



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Redaktionsschluss: 04.10.2019