Die wichtigsten Fakten

  • Auf- und Ausbau moderner Infrastruktur für Wachstum
  • Digitale Revolution in der Gesundheitsbranche
  • Höhere Effizienz durch stärkere Vernetzung – das Internet der Dinge

Infrastruktur – Basis für Wachstum und Wohlstand

Ohne Infrastrukturen wäre unser alltägliches Leben nicht möglich: Duschen, Kaffee kochen, ein kurzer Blick ins Internet, zur Arbeit fahren – schon vor Arbeitsbeginn nutzen wir eine Vielzahl moderner Versorgungs-, Verkehrs- und Kommunikationssysteme. Um diese auf- und auszubauen bzw. zu modernisieren, bedarf es weltweit immenser Investitionen: Allein für Europa schätzt die Europäische Kommission das Investitionspotenzial von 2014 bis 2020 auf rund 2.700 Milliarden Euro – das entspricht fast der Wirtschaftsleistung Deutschlands in einem Jahr. In den Industriestaaten stehen neben dem Erhalt der bereits bestehenden Infrastruktur – etwa durch die Sanierung von Brücken und Straßen – zukunftsweisende Investitionsprojekte rund um die Themen Erneuerbare Energien, Energiespeicherung und intelligente Netze im Fokus. Daneben dürften die Bereiche Elektromobilität, innovative Nahverkehrskonzepte sowie städtische Infrastrukturmaßnahmen an Bedeutung gewinnen. In Schwellenländern wie China oder Indien geht es schwerpunktmäßig noch um den Auf- und Ausbau der Grundversorgung – mit entsprechend großem Investitionsbedarf.

Entwicklung Infrastruktur

Anleger sollten unterscheiden zwischen Firmen, die sich schwerpunktmäßig mit dem Auf- und Ausbau von Infrastrukturen beschäftigen, und solchen, die Infrastrukturen wie Mautstraßen oder Flughäfen betreiben. Je nach Ausrichtung des Unternehmens können sich dabei unterschiedliche Investmentansätze ergeben. Zudem können regulatorische Veränderungen, umweltbedingte Einschränkungen oder die Preisentwicklung von Rohstoffen Infrastrukturprojekte beeinflussen. Insgesamt kann es eine Option sein, den steigenden Bedarf an Infrastruktur bei Anlageentscheidungen zu berücksichtigen und mögliche Investments auch unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten.

Gesundheit – Digitale Revolution am Krankenbett

Sperrige Röntgenbilder vom Radiologen zum Facharzt zu tragen war gestern – heute erhält der Facharzt die Aufnahmen meist direkt per Mail. Im Gesundheitssektor hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Und genau wie in anderen Sektoren gewinnt sie auch hier rapide an Bedeutung. Mobile Geräte, die den Gesundheitszustand des Benutzers 24 Stunden am Tag überwachen, sind nur ein Bereich, in dem auch Technologiefirmen ihr Engagement im Gesundheitssektor intensivieren können. Die große Menge an anonymisierten Daten, die dabei gesammelt und ausgewertet werden wollen, bringt zudem Softwareunternehmen ins Spiel.

Ein weiterer Trend, der in den nächsten Jahren die Entwicklungen im Gesundheitssektor maßgeblich bestimmen wird, ist die demografische Entwicklung. Vor allem in den Industrieländern dürfte der wachsende Anteil älterer Menschen zu einem Anstieg von altersbedingten Krankheiten wie Diabetes oder Arthrose führen. Für risikobereite Anleger könnten dadurch Unternehmen interessant werden, die entsprechende Therapielösungen anbieten.

E-Health

Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Staats- und Sozialkassen vielerorts mit Gesundheitsausgaben bereits stark belastet sind. Schon seit längerer Zeit wird auch in den Industrieländern daher nicht mehr alles, was medizinisch möglich ist, auch vom Staat finanziert – nicht jede sinnvoll erscheinende Therapieinnovation wird sich daher für Investoren auszahlen. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht des wachsenden Gesundheitsbewusstseins nicht nur in den entwickelten Ländern könnte nicht zuletzt der weltweit boomende Fitness- und Wellnessbereich in den Fokus rücken, in dem sich auch Chancen für Unternehmen aus dem klassischen Gesundheitssektor bieten.

Sharing Economy – Teilen ist das neue Haben

Ganz neu ist die Idee der „Sharing Economy“ nicht: Schon in klassischen Bibliotheken lieh man sich ein Buch, statt es zu kaufen. Und kaum jemand erwirbt am Urlaubsort ein neues Auto – man mietet es. Neu ist jedoch, dass immer mehr Verbraucher ganz bewusst auf den Kauf verzichten. Zudem ist die Dynamik des Teilens (engl.: sharing) durch Internet, Smartphone und soziale Netzwerke explosionsartig gestiegen. Bestes Beispiel: die Carsharing-Modelle in den Metropolen weltweit.

Die Anbieter, die selbst keine eigenen Produkte oder Dienstleistungen entwickeln, sind moderne, digitale Vermittlungsagenturen. Und das oft mit großem Erfolg: Die Shootingstars der Szene erwirtschaften oft bereits wenige Jahre nach ihrer Gründung größere Umsätze als althergebrachte Unternehmen. Eine Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers prognostiziert, dass die Umsätze der Sharing Economy weltweit bis 2025 auf 335 Milliarden US-Dollar steigen könnten – von 15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013. Dieses Wachstum hat Konsequenzen: Zum einen dürften sich in der Sharing Economy interessante Investmentchancen ergeben, zum anderen könnten vorhandene Strukturen aufgebrochen oder sogar zerstört werden. Insbesondere der globale Beherbergungssektor und der Personennahverkehr sind dabei schon heute einem starken Wandel unterworfen. Aber auch in anderen Branchen, etwa bei der Arbeitsvermittlung oder im Finanzsektor, hält die Sharing Economy Einzug.

Investoren sollten beachten, dass die Sharing Economy stark von Regulierungen betroffen sein kann: Wo etablierte Interessengruppen genug politischen Druck ausüben, könnte die Sharing Economy daran gehindert werden, ihre volle Kraft zu entfalten. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen noch nicht börsengelistet sind und sich über verschiedene Sektoren verteilen. Daher erscheint eine sektorenunabhängige Anlagestrategie empfehlenswert. Für ein noch breiteres Anlagespektrum sollten Anleger auch indirekte Profiteure der Sharing Economy, etwa Online-Bezahldienste und Social-Media-Plattformen, berücksichtigen.

Das Internet der Dinge – Höhere Effizienz durch stärkere Vernetzung

Die Mechanisierung und Elektrifizierung kennen die meisten von uns nur aus den Geschichtsbüchern. Mit der Informatisierung sind einige schon aufgewachsen. Die vierte industrielle Revolution erleben wir gerade alle gemeinsam: die Digitalisierung der physischen Welt oder das sogenannte Internet der Dinge. In dieser „Industrie 4.0“ werden Menschen, Maschinen und industrielle Prozesse intelligent vernetzt mit dem Ziel, die Produktivität erheblich zu steigern. Maschinen koordinieren selbstständig Fertigungsprozesse, Service-Roboter kooperieren in der Montage mit Menschen, fahrerlose Transportfahrzeuge erledigen eigenständig Logistikaufträge. Das alles geschieht schon heute. In Zukunft könnten Menschen, ausgestattet mit zum Beispiel Datenbrillen oder smarter Kleidung, bei ihren Tätigkeiten noch stärker digital unterstützt werden – sei es im beruflichen oder privaten Bereich.

In den kommenden Jahren werden einige Branchen neue, interessante Investmentchancen bieten.

Das McKinsey Global Institute hat in einer umfangreichen Studie untersucht, inwiefern die Technologien hinter dem Internet der Dinge realen ökonomischen Wert schaffen können. Dabei wurden nicht nur die Auswirkungen auf die Produktion einbezogen, sondern unter anderem auch ihr Nutzen für Gebäude, Städte, Arbeitsplätze und das alltägliche Leben. Für das Jahr 2025 prognostiziert McKinsey einen ökonomischen Mehrwert von 3,9 bis 11,1 Billionen US-Dollar jährlich. Das entspräche dann bis zu 11 Prozent der von der Weltbank angenommenen globalen Weltwirtschaftsleistung von rund 100 Billionen US-Dollar.

Anleger könnten unter anderem über die Anbieter der für die „Industrie 4.0“ notwendigen Hard- und Software an diesem Trend partizipieren. Zudem besteht die Möglichkeit, dass es zu einer Transformation bestehender Geschäftsfelder kommt, die Möglichkeiten für ganz neue Businessmodelle schafft. Die Deutsche Bank rechnet damit, dass die fortschreitende Vernetzung der Arbeitsprozesse zu der größten Veränderung für die Industrie seit dem Internet führen kann.