Liquidität, Makro- und Anlageklassenausblick – 06.03.2026
Währungen: Schwäche des US‑Dollar hielt zuletzt nicht an
Die wichtigsten Fakten:
- Der USD steht aufgrund zunehmender Vermögensdiversifikation unter Druck.
- Aufwärtspotenzial für den EUR dank verbessertem wirtschaftlichen Ausblick.
- Der JPY wird durch die BoJ unterstützt, der CNY dürfte gegenüber dem USD weiter aufwerten.
Bildquelle: PeJo / Adobe Stock
EUR: Vor den jüngsten geopolitischen Entwicklungen hatte sich der USD in der Defensive befunden. Der EUR hingegen hatte von Kapitalzuflüssen in europäische Aktien- und Anleihemärkte profitiert, gestützt durch größere politische Stabilität in Frankreich sowie robust steigende deutsche Industrieaufträge, die vom deutschen Sondervermögen unterstützt wurden. Trotz eines erneuten Anstiegs der Kern-PCE‑Inflation auf 3,0 % preisen die Märkte weiterhin zwei Zinssenkungen der Fed ein, was den Zinsvorteil des USD gegenüber dem Euroraum verringern würde. Einige EZB‑Vertreter äußerten zwar Bedenken hinsichtlich eines zu starken EUR; gleichzeitig verfolgt die EZB jedoch das Ziel, die Rolle des EUR als globale Reservewährung weiter zu stärken. Die fortschreitende Diversifikation weg von USD‑Vermögenswerten spricht für moderates Aufwärtspotenzial des EUR/USD in Richtung 1,20 bis Ende März 2027.
Ausblick Währungen: EUR/USD mit moderatem Aufwärtspotenzial.
GBP: Nach dem Ausverkauf lang laufender UK Gilts im Herbst 2025, welcher auch das Pfund belastete, haben sich die Marktbedingungen inzwischen wieder stabilisiert. Kurzfristige politische Unsicherheiten im Zusammenhang mit den anstehenden Regionalwahlen bieten zwar Gegenwind für das GBP, werden jedoch durch ein moderates wirtschaftliches Momentum, einen weiterhin restriktiven Leitzins von 3,75 % und eine sinkende Inflation weitgehend ausgeglichen. Selbst die aktuell eingepreisten 50 Basispunkte an Zinssenkungen ändern dieses unterstützende Umfeld kaum. Vor dem Hintergrund anhaltender Diversifikationsströme rechnen wir mit einer leichten Aufwertung des GBP in Richtung GBP/USD 1,42 bis Ende März 2027.
JPY: Eine robuste Inlandsnachfrage, geplante Steuersenkungen sowie strategische staatliche Investitionen sollten das japanische Wachstum weiter unterstützen. Zwar lässt die kurzfristige Inflation aufgrund von Basiseffekten und staatlichen Subventionen nach, jedoch dürfte die kräftige Lohnerhöhung der Shunto-Runde die Inflation in der zweiten Jahreshälfte nahe dem Inflationsziel der BoJ stabilisieren und damit den Weg für eine schrittweise geldpolitische Normalisierung ebnen. Höhere Renditen japanischer Staatsanleihen (JGBs), ein schwacher JPY und ein diversifizierter Aktienmarkt ziehen weiter ausländische Investoren an, während die Repatriierung durch japanische Anleger bislang begrenzt bleibt. Sollte die Diskussion rund um den Government Pension Investment Fund sogar zu einer begrenzten Umschichtung in Richtung JGBs führen, könnte dies den Yen zusätzlich stärken. In Kombination mit einem verengten US‑Japan‑Zinsabstand, sobald die BoJ die Leitzinsen weiter anhebt, erwarten wir eine moderate Yen‑Aufwertung. Unsere Prognose für USD/JPY liegt bei 145 zum Monatsende März 2027.
CNY: Der CNY hat seine strukturelle Aufwertung gegenüber dem USD im Jahr 2026 fortgesetzt – eine Entwicklung, die bereits im April 2025 begann. Zuletzt stieg der Kurs auf USD/CNY 6,88, den höchsten Stand seit April 2023. Dies steht im Einklang mit Chinas strategischem Ziel, den Renminbi weiter zu internationalisieren, sowohl als Reservewährung als auch als Medium für grenzüberschreitende Zahlungen. Gleichzeitig belasten jedoch eine schwache private Binnennachfrage und anhaltende Spannungen im Immobiliensektor die Konjunktur, was zusätzliche fiskalische Stimuli erforderlich machen dürfte. Wir erwarten eine allmähliche weitere Aufwertung des CNY in Richtung 6,80 USD/CNY bis Ende März 2027.
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Redaktionsschluss: 05.03.2026, 15.00 Uhr