Die wichtigsten Fakten:

  • Verbessertes konjunkturelles Umfeld in Europa
  • Gewinnerwartungen der Unternehmen nach oben angepasst
  • Europa-Aktien mit interessantem Ausblick

Überraschungen mögen Börsianer eigentlich gar nicht – zumal, wenn sie, wie in den vergangenen Jahren häufig geschehen, mit negativen Schlagzeilen verknüpft sind. Anders sieht es natürlich aus, wenn die Erwartungen der Marktteilnehmer übertroffen werden. Insbesondere dann, wenn es sich um Europa handelt – eine Region, die seit langer Zeit vor allen Dingen von politischer und wirtschaftlicher Verunsicherung geprägt ist.

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Gute Stimmung in Europas Wirtschaft schafft interessantes Umfeld für Aktieninvestments.

Neuer Optimismus in Europa

Seit einigen Monaten scheint sich neuer Optimismus in der „Alten Welt“ breitzumachen: So stiegen die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone im März kräftig an. Die viel beachteten Indikatoren für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung lagen nach vorläufigen Zahlen sowohl für das Verarbeitende Gewerbe (56,2 Punkte) als auch für den Dienstleistungssektor (56,5 Punkte) deutlich über der 50-Punktemarke, was eine Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität anzeigt. Insbesondere die beiden bedeutendsten Eurovolkswirtschaften Deutschland und Frankreich trugen einen Großteil zu diesem Ergebnis bei.

Politische Turbulenzen bleiben bisher aus

Auch im Detail bestätigt sich die derzeit gute Stimmung in der europäischen Wirtschaft: Sowohl die Auftragslage als auch die Preis- und Beschäftigungsdynamik entwickeln sich weiter positiv. Damit ist der Abwärtstrend, der nach den schwachen Konjunkturdaten vom Jahresbeginn erwartet wurde, nicht eingetreten. Im Gegenteil: Vielmehr hat sich in einem politischen Umfeld, das zwar nach wie vor von Unsicherheit geprägt ist, in dem die befürchteten Turbulenzen bislang jedoch ausgeblieben sind, ein vergleichsweise stabiler wirtschaftlicher Aufwärtstrend etablieren können.

Konjunkturprognosen gestiegen

Der neue Optimismus schlägt sich konkret auf die Wachstumserwartungen der Analysten nieder. Ging die Deutsche Bank nach den enttäuschenden Januardaten noch von einem Konjunkturplus von jeweils 0,3 Prozent in den ersten beiden Quartalen des Jahres aus, könnten die aktuellen Zahlen für einen Quartalszuwachs in der Eurozone von etwa 0,7 Prozent sprechen. Ähnlich positiv wird die Lage in Deutschland eingeschätzt: Hier stieg der ifo-Geschäftsklimaindex im März auf seinen höchsten Stand seit Juli 2011. Mit 112,3 Punkten liegt er nur noch 1,9 Punkte unter seinem Höchststand seit der Wiedervereinigung. Die ursprünglichen Wachstumserwartungen von 0,4 beziehungsweise 0,3 Prozent für das 1. und 2. Quartal dürften daraufhin ebenfalls nach oben korrigiert werden.

Gewinnerwartungen nach oben revidiert

Auf Unternehmensseite führen diese Zahlen zu einem Novum: positiven Gewinnrevisionen in Europa. Denn insbesondere hier waren die Analysten in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig mit zu hohen Erwartungen ins Jahr gestartet – mit der Konsequenz, dass sie im weiteren Jahresverlauf ihre Prognosen hinsichtlich der Unternehmensgewinne nach unten anpassen mussten. Dieses Jahr jedoch zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Im breit aufgestellten europäischen Leitindex Stoxx 600 beispielsweise liegen die erwarteten Gewinne je Aktie mit durchschnittlich 24,40 Euro derzeit um 0,7 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Im Vergleich zum Vorjahr wird für 2017 derzeit mit einem Gewinnwachstum von rund 14 Prozent gerechnet.

Grund für diese Entwicklung dürfte neben den verbesserten Konjunkturaussichten auch die Tatsache sein, dass sich die Margen der europäischen Unternehmen in den vergangenen drei Monaten im Schnitt um 1 Prozent verbessert haben. In einigen Sektoren wie der Autoindustrie waren sogar Margenausweitungen von bis zu 2 Prozent zu beobachten.

Interessantes Umfeld für Europa-Aktien

Bei aller Vorsicht hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen und insbesondere politischen Entwicklungen in Europa hat sich das Umfeld für Investitionen in die europäischen Aktienmärkte in den vergangenen Monaten spürbar verbessert. Die Deutsche Bank geht derzeit davon aus, dass sich dieser positive Trend in den kommenden Monaten fortsetzen könnte – und unter Anlegern für stärkeres Interesse an Aktien aus der „Alten Welt“ sorgen dürfte.



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Anlagewissen

Redaktionsschluss: 31.03.2017