Die wichtigsten Fakten:

  • Immobilien können stabile Renditen bieten
  • Asien-Pazifik-Raum erscheint für Anleger besonders interessant
  • Genaue Auswahl der Investmentobjekte scheint unerlässlich

Im asiatisch-pazifischen Raum dämpften Unsicherheitsfaktoren wie der Handelsstreit zwischen den USA und China im ersten Halbjahr 2019 die insgesamt positive wirtschaftliche Entwicklung. Die Immobilienmärkte erwiesen sich in weiten Teilen der Region jedoch als relativ widerstandsfähig – und könnten für entsprechend risikobereite und langfristig orientierte Anleger weiterhin eine interessante Investmentmöglichkeit darstellen. Zwar sanken in einigen Ländern der Region die Kapitalisierungsraten, also das Verhältnis vom erzielbaren jährlichen Nettoeinkommen zum Kaufpreis. Die Aussichten für Immobilienpreise und Mietrenditen bleiben insgesamt aber stabil. Mit Blick auf die kommenden Jahre ist die Deutsche Bank daher weiter optimistisch gestimmt hinsichtlich der asiatisch-pazifischen Immobilienmärkte: Je nach Land könnten Gewerbe- und Wohnimmobilien bis 2023 jährliche Gesamtrenditen von 5,5 Prozent bis 7,6 Prozent bieten. Aber auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt – die Auswahl der Anlageobjekte sollte branchenspezifische Aspekte berücksichtigen.

Logistik und E-Commerce treiben Wachstum

Getragen von einer hohen Nachfrage seitens Logistik- und E-Commerce-Unternehmen, dürfte insbesondere das solide Mietwachstum bei Industrie- und Gewerbeimmobilien im asiatisch-pazifischen Raum anhalten. Zumal der Mangel an hochwertigen Lagerhallen den Markt zusätzlich verengt. Dieser Trend ist vor allem in den Ländern Südostasiens zu beobachten, etwa in Malaysia, Indonesien und Thailand. Hier treibt eine zunehmend einkommensstarke und konsumorientierte Mittelschicht die Umsätze im E-Commerce Jahr für Jahr nach oben.

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Stabile Renditen: So können breit gestreute Immobilieninvestments Ihr Portfolio bereichern.

Klassischer Einzelhandel unter Druck

Doch im Bereich der Industrie- und Gewerbeimmobilien gibt es auch weniger interessante Bereiche. Durch den Siegeszug des Online-Handels geraten Teile des klassischen Einzelhandels unter Druck: Im Zuge der grundlegenden Veränderungen im Verhalten der Konsumenten sind bestimmte Einzelhandelsimmobilien weniger gefragt als noch vor ein paar Jahren. Statt im urbanen Ladengeschäft wird dank digitaler Geldbörsen, kurzer Lieferzeiten und intuitiver Kaufprozesse zunehmend über das Smartphone geshoppt – allen voran Bekleidung und Elektronikartikel. Während die Umsätze im asiatischen Online-Handel 2018 Schätzungen zufolge rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr zulegen konnten, stiegen die Erträge im Gesamteinzelhandel nur um rund 7 Prozent. Die Erwartungen der Deutschen Bank für das Mietwachstum selbst erstklassiger Einzelhandelsimmobilien in der Region sind daher eher moderat.

Dennoch lassen sich auch in diesem Segment interessante Investmentobjekte finden – zum Beispiel im Bereich der Einkaufszentren. Diese bieten nämlich oft nicht nur Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch Freizeit- und Unterhaltungsangebote. Letztere machen bei vielen Shoppingmalls mittlerweile einen großen Teil des Umsatzes aus. Generell gilt: Eine entsprechende Expertise bei der Auswahl der Anlageziele ist unerlässlich.

Risikosteuerung mit Investmentfonds

Derzeit spricht aus Sicht der Deutschen Bank einiges dafür, dass vor allem in den asiatisch-pazifischen Metropolregionen wie Sydney, Singapur oder Tokio die Nachfrage nach Wohn-, Gewerbe- und Industrieimmobilien auf absehbare Zeit das Angebot übertreffen dürfte. Entsprechend risikobereite Anleger könnten in diesem Umfeld von interessanten regelmäßigen Ausschüttungen profitieren – bei vergleichsweise gering erwarteten Wertschwankungen. Trotz dieser guten Aussichten sollten Anleger eine zu starke Konzentration auf die Region unter Risikogesichtspunkten jedoch vermeiden. Vielmehr könnte sich der asiatisch-pazifische Markt als wichtiger Bestandteil eines global aufgestellten, breit gestreuten Immobilienportfolios anbieten, etwa in Form eines entsprechenden Investmentfonds.



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Anlagewissen

Redaktionsschluss: 15.11.2019