Die wichtigsten Fakten

  • Niedrige Finanzierungskosten, höhere Realeinkommen: Starke Immobiliennachfrage in Europa.
  • USA: Arbeitsmarkt dürfte Haupttreiber einer positiven Marktentwicklung bleiben.
  • Asien mit größtem Renditepotenzial – und höchster Schwankungsanfälligkeit.

Solide Konjunkturdaten, positive Einkommensentwicklungen und eine dynamische Baukreditvergabe an Haushalte – von der 2016 erwarteten, vergleichsweise positiven wirtschaftlichen Lage in Deutschland sollten auch die heimischen Immobilienmärkte profitieren.

Dabei dürfte sich ein weltweiter Trend der vergangenen Jahre auch in der Bundesrepublik fortsetzen: Die Menschen zieht es in die Metropolen und wirtschaftlich starken Ballungszentren. Mit der damit verbundenen höheren Nachfrage nach Immobilien wird das Angebotswachstum voraussichtlich auch 2016 nicht mithalten können – was zu weiterhin steigenden Preisen führen sollte. Dementsprechend gehören die deutschen Immobilienmärkte, etwa in Hamburg oder Ingolstadt, zu den interessantesten in Europa – auch weil sie nach wie vor fair bewertet erscheinen.

Mietrendite europäischer Gewerbeimmobilien lag in den letzten 5 Jahren deutlich über der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen.
Mietrendite europäischer Gewerbeimmobilien lag in den letzten 5 Jahren deutlich über der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen.
Auf europäischer Ebene könnte sich ein Blick in den Süden des Kontinents lohnen – etwa in die Metropolen Spaniens: Hier profitieren die Immobilienmärkte von der wirtschaftlichen Erholung des einstigen Krisenstaats. Ein „Klassiker" des europäischen Immobilienmarkts, London, ist hingegen differenziert zu betrachten: Zwar sind weitere Preissteigerungen grundsätzlich möglich, der Markt ist allerdings bereits sehr weit gelaufen. Zudem könnte ein möglicher „Brexit“ zur Schwächung des Londoner Finanzsektors und damit einer nachlassenden Immobiliennachfrage führen.

USA: Immobilien profitieren von solidem Wirtschaftswachstum

Immobilieninvestoren sollten sich 2016 jedoch nicht nur vor ihrer eigenen Haustür umschauen. Bei entsprechender Risikobereitschaft lässt sich insbesondere in Übersee interessantes Renditepotenzial finden. Denn was etwa für Deutschland gilt, gilt in noch größerem Maße für die USA: ein intakter Arbeitsmarkt und boomende Metropolregionen. Vor allem in jenen Städten, in denen die Technologie- und Internetbranche stark vertreten ist, dürfte die Immobiliennachfrage hoch und der Markt interessant bleiben. Dazu gehören San Francisco als Zentrum des Silicon Valley an der Westküste oder Denver im Herzen der USA.

Vor allem in den Ballungszentren in Europa, den USA und Asien dürfte die Immobiliennachfrage auch 2016 hoch bleiben.

Aufgrund einer bemerkenswerten Entwicklung könnten in den USA vor allem Mehrfamilienhäuser im Fokus der Investoren stehen: Seit der Finanzkrise wohnen immer mehr US-Amerikaner zur Miete – ein Trend, der bereits einen Bauboom bei entsprechenden Objekten ausgelöst hat und über das Jahr 2016 hinaus anhalten dürfte.

Asien: Größtes Renditepotenzial

Die Immobilienmärkte Asiens und Ozeaniens sind zweigeteilt. Während in Japan, Südkorea und Australien ein ähnliches Risiko-Rendite-Profil wie in Europa zu erwarten ist, rechnet die Deutsche Bank in China, Malaysia oder Singapur mit vergleichsweise höheren Renditen – und Preisschwankungen. Diese Vielfalt macht Asien zu einem interessanten, aber auch anspruchsvollen Immobilienmarkt.

Insgesamt dürfte es für Investoren im Jahr 2016 darauf ankommen, ihr Immobilienportfolio regional möglichst breit aufzustellen. Ein Fokus auf einzelne Märkte scheint aus Rendite-Risiko-Erwägungen weniger sinnvoll.